Das lästige an Konzerten mit besonderem Headliner sind die Vorbands.
Besonders, wenn man den Headliner nur einmal live gesehen hatte, weil sie dann eine zwei jährige Bandpause einlegten.
Gestern, 14. Dezember, Beloved Enemy in Dresden. Vor Jahren auf der Tattooconvention live gesehen, aber uns - das heißt meiner Mum, meiner Schwester und mir - schon seit der Gründung bekannt, denn der Gittarist, der Peter, spielte vorher jahrelang bei Fiddler`s Green, war dort von Anfang an dabei.
Als ich ungefähr 11 oder 12 war, habe ich mich mit dem mal ewig unterhalten. Über Enten und über`s kochen. Stundenlang. (Wann wurde ich eigentlich so schüchtern??)
Damals waren wir bei vielen Konzerten von Fiddler`s Green, doch dann die schockierende Nachricht, dass Peter, unser Liebling der band ein neues Projekt starten will - Beloved Enemy.
Eine komplett andere Musikrichtung, doch sein Partner Ski und er machten ihre Sache gut.
Wir freuten uns tierisch auf das Konzert, natürlich auch darauf Peter wieder zu sehen.
Vorband 1: Reverie. Glaube, erst 2010 gegründet, ein paar gute Lieder dabei aber anfangs noch Probleme. Schlagzeug viel zu laut, Sänger viel zu leise und vor allem war kaum jemand da.
Vorband 2: Mainpoint. Schon eine ältere Band leider nie was davon gehört, aber wirklich klasse.
Wahnsinns Leadgitarre. Der Sänger hatte eine gute Stimme. Richtig gute Musik. Und wie die Musiker auf der Bühne ihren Spaß hatten und das Publikum einbezogen hatten, zeigt, dass sie in ihrem Element waren und das hat jeder gespürt.
Headliner: Beloved Enemy. Eine wahnsinns Enttäuschung. Sie hatten nach den zwei Jahren Pause nicht geprobt, erzählte Sänger Ski. Doch er konnte die Texte nicht. Hatte vor sich ein Textheft, musste ablesen und hat sich trotzdem versungen. Anfangs wirkte er abwesend, sang kraftlos, irrte auf der Bühne herum, starrte irgendwohin.
Ski hatte sich vor einiger Zeit mit zwei neuen Projekten selbstständig gemacht, hat nun also drei Bands.
"Ski`s Country Trash" und "Ski King" laufen gut. Elvis und Johnny Cash kann er fabelhaft covern.
Aber man macht auf einem Konzert seiner Band nicht nur Werbung für seine beiden anderen Projekte.
Und man nimmt auch nicht ausschließlich deren Sachen im Merchandise auf und kaum etwas vom Headliner.
Irgendwann ging Ski von der Bühne. und brachte Whiskey wieder mit. Auf der Bühne? Schon komisch.
Nach dem Gig, räumte die Band auf, doch nicht Ski, er ging zum Merch, ließ sich lieber mit Fans fotografieren.
Es ist traurig, wie sehr er die Band vernachlässigt, auch traurig für die Bandmitglieder.
Und auch traurig für die Fans, die von Anfang an dabei waren und die Musik geliebt haben.
Aber immerhin: durch Mainpoint, war das trotzdem ein schöner Abend und ich hab wieder neue Musik zum Hören.
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