Donnerstag, 20. Dezember 2012

Akoasmus.

Das Wort gibt es nicht, weiß ich, aber es ist eine Wortschöpfung aus "Akoasma", was soviel wie akustische Halluzination bedeutet und aus Orgasmus, dessen Bedeutung wohl jeder kennt, hier aber nicht auf sexueller Ebene fungiert, sondern lediglich einen Höhepunkt oder Genuss bedeuten soll. 
Es könnte ein Ohrwurm sein, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht.(z.Z.z.B. "Genesis" von Justice)
Ein Wort, welches einem ständig in Gedanken schwirrt. (z.Z.z.B. "Prokaryonten")
Oder eine Stimme, die man nicht mehr vergisst. (z.Z.z.B. die von M.)

Ich weiß nicht einmal mehr, was ich gestern gemacht habe, ich habe es schlichtweg vergessen und bekomme die Fetzen schwer zusammen. Meinen Stundenplan von Dienstag weiß ich gerade nicht einmal mehr, was ich an diesem Tag gemacht habe,habe ich schlichtweg vergessen.
Letzte Nacht - oder die Nacht vorher - bin ich von der Katze aufgewacht, habe sie "Jacqueline" genannt und brauchte ewig, um zu merken was daran falsch war. Sie heißt Jane, nicht Jacqueline. Das ist meine Schwester und wahrscheinlich war es nur Reflex, dass ich diesen namen sagte, denn die Katze hatte gerade tierisch genervt. 
Jetzt fällt mir ein, dass ich Dienstagmorgen erfahren habe, dass ich am gleichen Tag eine Kontrolle in Mathe schreibe. Hatte ich vergessen. 
So viele, alltägliche Dinge, an die ich mich nicht mehr erinnern kann, aber ich weiß noch so vieles, was unrelevant ist. 
Dinge, die er zu mir einmal gesagt hat, die eigentlich keine größere Bedeutung hatten. Ich weiß noch die süßen, schönen Momente bei ihm, als wir versucht haben zu kochen (bzw: ich gekocht habe und ihn daran hindern musste, komische Sachen dazu zu werfen ♥) Oder wie er gelacht hat, als ich mich auf ihn warf um mein Handy wieder zu bekommen, weil ich nicht zulassen konnte, dass er die Nachrichten mit meiner liebsten Saskia liest. Ich weiß noch, die erste Nacht, als ich bei ihm schlief war so ungewohnt, weil er einfach den Arm um mich legte und seinen Kopf an meinen und wie neu das für mich war. Und vor allem wie sehr ich es genossen hatte. Das kann ich alles vor mir sehen.
Manchmal bilde ich mir seinen Geruch ein, was gar nicht sein kann,weil er ja gar nicht in meiner Nähe ist. Und seine Stimme hab ich oft im Kopf. 
Sie sagt Dinge, die er einmal erzählt hat. Dinge, die ich schön fand und Dinge, für die ich ihn am liebsten geschlagen hätte. Oder es auch getan habe.
Ich mag es, in Tagträumen zu versinken und mir die schönen Erinnerungen zurück ins Gedächtnis zu rufen.
Mir irgendetwas Neues aus zu denken. Mir Gespräche zu entwickeln, die wir so niemals führen werden.
Es ist einfach schön, irgendwo noch eine heile Welt zu haben, wo die reale Welt versinkt in einem Trümmerhaufen.

Ihr kennt dieses Gerücht mit dem Weltuntergang. Meine Welt geht unter. Das ist schon voll dabei.
Seit 21. Mai 2010.


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