Mein BT-Lehrer meinte ja schon vor den Halbjahresferien, ich könnte nichts und würde einfach nichts verstehen. Als er mich gestern angeschrien hatte und mich beschuldigte, ich würde nicht aufpassen und er wüsste, dass ich in der nächsten Arbeit wieder versagen würde, hat er den Hass endgültig auf sich gezogen - zumal ich das Thema sogar recht interessant fand.
Meine Deutschlehrerin macht sich von Woche zu Woche unbeliebter. Ihr Unterricht ist ungefähr so gut strukturiert, wie meine Interpretationsaufsätze, das, was sie sagt ist so zusammenhängend wie meine kafkaeske Schreibweise, ihre Artikulation generell ist so niveauvoll wie die Erklärungen, die ich zum beweisen einer These verwende.
Laut ihr, bin ich ja sowieso schlecht, obwohl ich immer eine gute Schülerin im Fach Deutsch war.
Ein Klassenkamerad, der sowieso mit ihr auf Kriegsfuß steht, erzählte mir heute etwas, wodurch sie den ultimativen Hass auf sich lenkte: zu ihrer eigenen Verteidigung meinte sie, sie gestalte den Unterricht so niveaulos und langsam, wegen einem Mitschüler und mir. Weil wir so leistungsschwach seien. Nur...wenn schon der Unterricht unseren niederen Maßstäben angepasst wird...warum nicht auch die Klausuren?
Ich weiß ja nicht, was die alle von mir erwarten, aber egal was sie von mir wollen: ich kann ihren Anforderungen niemals gerecht werden. Dafür bin ich doch viel zu schlecht, ich weiß ja nichts.
Zudem habe ich auch noch eigene Probleme, die mich belasten und das zur Genüge.
Mein Vertrauen anderen gegenüber schwindet. Menschen, die mir äußerst wichtig waren, haben mir versprochen, mich niemals allein zu lassen. Doch dann sind sie doch fort gegangen, wollten plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben. Viele waren gemein. Viele sagten, es wäre nur zu meinem Besten.
Und scheinbar glaubte mir keiner, dass ich sie gebraucht hätte um nicht wieder rückfällig zu werden.
Aber das wurde ich und die Sucht ist beinahe nicht auszuhalten.
Ich habe Probleme mit Menschen (anderen Geschlechts) über einen längeren Zeitraum umzugehen. Weil einfach viel zu vieles immer wieder schief ging, verliebe ich mich zu schnell, weil es sich anfühlt, als würde meine biologische Uhr in dreifacher Geschwindigkeit ticken - nein, mein ganzes Leben steht im Zeitraffer...aber bewegt sich irgendwie dann doch nicht.
Kurz gesagt: Ich fühle mich alt und verbraucht. Ich vergesse viel, muss viel schlafen, habe ständig Schmerzen und wer weiß, vielleicht sind die Stimmungsschwankungen ja gar keine manische Depression sondern Anzeichen der Wechseljahre?! (Immerhin noch keine grauen Haare!) (Ja, das war mit Absicht übertrieben.)
Jedenfalls will ich, dass sich schnell etwas an meinem Zustand ändert. Aber es ist verdammt schwer, einen anderen Weg zu gehen und aus dem Teufelskreis heraus zu kommen.
Opfer gefunden - Opfer verscheucht - Trauern - Opfer gefunden - und so weiter.
Irgendwann hält man mich einfach nicht mehr aus und irgendwie will ich das ja nicht einmal jemandem antun. Und traue auch niemandem zu, dass er mich aushält.Wie auch? Ich schaffe es nicht einmal selbst.
Viele sagten mir, ich sei einzigartig. Etwas Besonderes, viele meinten sogar ich wäre hübsch und wundervoll.
Aber jedem ist es leicht gefallen, mich fallen zu lassen. Mit vielen habe ich keinen Kontakt mehr und bin vergessen - also wie wahr konnten die Worte schon sein?
Mir fällt es nicht schwer, jemandem Dinge anzuvertrauen, die eigentlich persönlich wären - wie etwa meine psychischen Macken. Viele sagen, ich würde im Internet zu viel preisgeben. Aber jemandem sofort darauf gefasst zu machen, wie krank man eigentlich wirklich ist, ist besser, als wenn sie sich verlieben und mich dann verlassen, weil sie selbst bemerken, dass ich wahnsinnig kompliziert, emotional und zerbrechlich bin, wenn man mich einmal falsch behandelt. (Dabei bin ich kompromissbereit und ziemlich unterwürfig)
Aber es fällt mir unheimlich schwer, jemandem zu glauben, der mir Komplimente macht. Oder irgendetwas Liebes sagt. Wobei es sogar untertrieben ist - ich kann es einfach nicht. Ich kann solche Dinge einfach nicht glauben, egal, wie oft sie mir gesagt werden. Und deshalb zweifle ich weiter an mir selbst und an dem, was ich kann.
In meinem Leben zu leben ist schwer. Während ich kaum noch vor Sorge schlafen kann, machen sich zu viele Menschen Sorgen um mich.
Und manchmal finde ich es traurig, dass diese Sorgen nicht ganz unbegründet sind - dabei bin ich gerade einmal 17 Jahre alt und muss noch einige Jahre diesen Lebens aushalten.
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