Ich bin wach, habe Hunger und traue mich nicht, auch nur einen Fuß aus meinem Zimmer heraus zu setzen. Ich habe Angst, mein Zimmer zu verlassen, weil ich genau weiß, dass dort unten Leute sind, die zu viel wissen.
Fast drei Jahre lang trug ich eine Maske und baute eine Mauer um mich herum, damit genau der Teil des Familienfreundeskreises nichts mitbekommt. Anvertraut habe ich mich nur wenigen und dieses Vertrauen wurde scheinbar gebrochen. Ich bin wieder Gesprächsthema Nummer 1. Alle erzählen, was sie wissen, was ich durchgemacht habe - allen voran wahrscheinlich meine Schwester. Mein Vater, vor dem ich alles versteckt habe, weiß mehr, als mir lieb ist...und mehr, als gut ist. Das größte Problem dabei ist: KEINER kam auch nur die Idee MICH einmal zu fragen, was wirklich los ist! Alle wissen etwas und keiner, außer meine Schwester, bot mir Hilfe an und das die ganzen, letzten Jahre! Und alles fing nur damit an, dass jemand meinem Vater von diesem beschissenen Kuss erzählte, den ich, mit diesen Konsequenzen, mehr bereue als alles andere in meinem gesamten Leben!
Hätte ich gewusst, dass am Ende alle wissen, wie kaputt und krank ich überhaupt bin, ich wäre nicht einmal zu dieser Party mitgegangen. Lieber wäre ich zu Hause geblieben und hätte sinnlos die Zeit totgeschlagen, als dies zu riskieren.
Sie waren alle wie eine Zweitfamilie für mich, bei denen ich wirklich gerne war. Doch mir wird das jetzt wirklich zu blöd! Immer wird hinter meinem Rücken über mich geredet, vieles entspricht nicht einmal der Wahrheit!
Mein Vater hat nie etwas mitbekommen, es hat alles so gut funktioniert. Er hat nie gefragt, wie es mir ging, die ganzen letzten Jahre nicht, da braucht er nicht jetzt damit ankommen nur weil er weiß, dass eben nicht alles okay ist!
Meine Eltern hatten ihre Chance,als ich sie gebeten hatte, mit mir zu einem Therapeuten zu gehen,weil ich alleine Angst davor habe! Sie hatten ihre Chance, als ich die Tage nur verschlief, nichts mehr wirklich gegessen habe und kein einziges Wort mehr redete!
Ich habe drei Jahre lang versucht, irgendwie normal zu wirken und habe viele nie an mich heran gelassen - jetzt fallen mir die in den Rücken, denen ich vertraut habe. Schon wieder.
Meine Mauer ist jetzt gefallen. Und verstecken kann ich mich nicht ewig.
Meine Maske ist zerfetzt und ich bin allem schutzlos ausgeliefert.
Doch nur, weil es jetzt alle wissen, heißt das nicht, dass ich mir von irgendjemandem helfen lasse, nein, jetzt erst recht nicht.
Ich kam lange so zurecht. Und ich will nicht, dass jetzt jeder ankommt und mir irgendetwas anbietet, was mir vielleicht helfen könnte, nur weil sie denken, sie müssten es tun.
Ich mag diesen Freundeskreis nicht mehr, weil sich alles ausbreitet wie ein Lauffeuer, weil nichts unbeachtet bleibt und jeder denkt, über mich urteilen zu können.
Und vor allem, weil sie schon viel zu lange hinter meinem Rücken über mich reden und denken, ich merke es nicht.
Ich will weg hier. Und ich will auch nicht mehr zurück.
(Und ich bin so sauer, dass ich nicht einmal Struktur in diesen Post bringen kann.)
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