Ich sagte, ich sei müde und wolle deswegen nach Hause und doch blieb ich an dem Platz hängen, an dem alles vor knapp zwei Jahren begann. Der Platz, an dem ich mich mit ihm traf und er mich zum ersten Mal küsste, der Platz an dem mein Ende anfing.
Der Regen war eiskalt, ein wenig Schnee lag noch an den Waldrändern, die Luft tat in der Lunge weh, so kalt war sie. Ich fühlte mich innerlich aufgelöst, und hätten die, die sagten ich sei süß wie Zucker Recht behalten, dann wäre ich es wenigstens jetzt auch - aufgelöst. Dann hätte mich niemand mehr zusammen basteln können, ich wäre einfach weggespült und wäre unbemerkt fort gegangen.
Aber ich stehe immer noch dort, wo wir damals standen, damit die Laterne unsere Zweisamkeit nicht mit kaltem Licht stört. Er wird daran nicht mehr denken. Seine Freundin, die er jetzt hat, ist sowieso so viel schöner als ich. So viel besser in allem. So viel besser für ihn.
Es ist nicht so mein Tag heute. Den halben verschlafen, die andere Hälfte traurig da gesessen, nachgedacht, nicht gewusst, wohin ich gehen sollte. Ich brauch noch Zeit, Zeit für mich, ehe ich wieder in die Schule kann. ich muss mich ordnen.
Mein Ziel rutscht weiter weg von mir, ich weiß nicht mehr, wie ich dort heran kommen soll, was ich tun kann.
Er fängt wieder damit an, mit diesen Provokationen und ich weiß nicht, wann er die Wahrheit sagt und wann er lügt.
Und der andere da, er nervt immer mehr. Ich kann ihm nicht sagen, dass ich das nicht will, ich kann nicht unfreundlich zu ihm sein, es ist ein Fluch, nett zu sein.
Ich will ihn nicht sehen. Will keine Bilder von ihm. Ich will seine Stimme nicht mehr hören. Seine Komplimente nicht mehr lesen. Ihm nicht einmal mehr im Spiel einen Headshot verpassen.
Morgen beginnt die Schule wieder. Mir wird es extrem schwer fallen, mich zu konzentrieren, weil ich zur Zeit viel zu aufgewühlt bin. Und auch diese Textphrasen sind nur aneinander gewürfelt und verwirrend, weil dieses "er" für drei verschiedene Personen steht.
Ich vermisse meinen Herzkerl. Mein Armband riecht wie er. Ich sehe ihn vor mir immer wieder, wie er schlafend neben mir liegt und leise atmet. Doch das alles ist ein schlechter Zeitpunkt. So, wie es bisher immer war. Es ist wie ein Fluch . Es ist gerade einmal dreiviertel 2,normalerweise bin ich wach, doch heute bin ich müde, kaputt und ausgelaugt.
Die Motivation fehlt. Die Hoffnung fehlt. Und die Nähe fehlt.
Ganz leise höre ich dieses kleine Stück Metall verführerisch flüstern.
Aber heute sag ich Nein. Ich bin nicht wieder schwach.
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