Mittwoch, 14. November 2012

Der Mittwoch wollte unbedingt scheiße sein.

Jemand sagte mir einmal, ich würde viel schöner aussehen, wenn ich weine, weil ich dann nicht mehr meine Maske tragen kann, die verbirgt, was ich wirklich fühle. Ich könnte allen vorspielen, dass ich glücklich sei und morgen wird das meine Hauptaufgabe - bloß kein Aufsehen erregen. Bloß nicht anmerken lassen, wie sehr mich das wieder belastet. Es ist unglaubwürdig, wenn ich ständig so tun muss, als hätte ich etwas im Auge, um die Tränen zu erklären, doch manchmal merke ich sie schon gar nicht mehr. Egal, ob andere schauen. Egal, wie sie schauen.
Es fühlte sich an, wie ersticken, als würde meine Lunge nicht mehr genug Luft bekommen. Mutti fragte, was mit mir ist.
"Ich bin kaputt." war alles, was ich sagen konnte. Sie dachte, vom Weg nach Hause. Doch das war das kleinste Problem.
Eigentlich hätte ich ihn heute wieder gesehen, nach gefühlten Jahren. Heute Morgen bin ich um 4 aufgestanden um irgendetwas mit meinen Haaren anzustellen, mir Zeit lassen um nicht gleich wieder gestresst zu wirken, ich hab mich drei Mal umgezogen, weil ich schön für ihn sein wollte, auch wenn ich mit dem Endergebnis nicht einmal zufrieden war.
Den ganzen Tag habe ich mich darauf gefreut ihn wieder zu sehen, auch wenn ich nicht mit ihm allein gewesen wäre. Doch wie aus dem Nichts fing er wieder mit diesem Thema an. Ich habe ihn gebeten, damit aufzuhören, weil er einfach nicht verstehen kann, wie es mir dabei geht. Jedesmal habe ich Angst, er meint es ernst und entscheidet sich irgendwann für sie. Es macht mich jedes mal fertig, er weiß das, doch er mag es zu sehr, wie wütend ich dann immer bin. Es ist okay, wenn er das sagt, während er neben mir liegt und mich im Arm hält. Dann kann er es gleich wieder gut machen. Aber ich weiß nicht, wie es klingen soll, wenn er es schreibt. Ich weiß nicht, was Ernst ist und was Ironie.
So auch diesmal. Und natürlich war ich traurig.
Natürlich führte das Ganze dann dazu, dass ich ihn nicht sehen werde und, wer weiß wie lange, warten muss.
So traurig, wie ich bin, so wütend bin ich auch - wieder einmal auf sie. Weil sie gemein zu ihm ist, weil er auch wegen ihr schlechte Laune hat und weil das, was sie sagt, noch mehr Salz in Wunden streut. Doch es ist nicht meine Sache. Da hänge ich mich nicht rein, auch wenn ich es hasse, wenn jemand etwas Schlechtes über ihn sagt. Wie dieser Typ, der ja so verliebt in mich sei, natürlich ist der eifersüchtig und wird beleidigend. Doch genau das ist der Grund, warum ich genauso beleidigend und gemein zu ihm bin. Er kennt ihn nicht und weiß nicht, was für ein wundervoller Mensch er ist.
Es wird jedenfalls wohl wieder eine Weile dauern, bis ich ihn wieder sehe.

Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, glaube ich, es war damals Ironie - ich seh so verdammt scheiße aus, wenn ich weine. Wie ein Zombiewaschbär.

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