Montag, 5. November 2012

Glück ist zerbrechlich.

Am liebsten würde ich mich einfach irgendwo vergraben, bis mich keiner mehr vermisst und keiner mehr nach mir fragt. Am liebsten würde ich vergessen werden, am besten von allen.
Ich könnte keinem mehr weh tun. Könnte keinen mehr enttäuschen. Und ich würde nichts mehr empfinden.
Es sollte alles anders werden und ich wollte alles anders machen als sonst und doch ist es viel zu ähnlich.
Einfach ein ungünstiger Zeitpunkt oder von vorne herein zum Scheitern verurteilt? Egal, was ich tue, es ist ein Fehler dabei. Und egal, wo, irgendjemand findet ihn.
Seien es Lehrer. Seien es Fremde, Freunde, Eltern. Kleine Fehler, die niemanden interessieren, wegen denen ich wochenlang ein schlechtes Gewissen habe und große Fehler, die ewig in meinem Kopf schwirren und mir noch länger das Leben schwer machen.
Ich habe etwas, was mir wichtig war, kaputt gemacht. Habe etwas gehen lassen, was ich hätte fest halten können oder halte an jemandem fest, der schon längst mir den Rücken zugekehrt hat.
Dieser Druck, perfekt zu sein, wird zu viel, weil ich nicht weiß, in welche Richtung ich mich ändern muss. Ich bin falsch abgebogen und komme einfach nicht mehr auf den richtigen Weg, jedes gesagte Wort schlägt fehl und erzielt nicht das, was es soll. Jedes lieb gemeinte Wort prallt einfach ab.
Jeden Tag wächst dieses Gefühl, dass ich etwas falsch gemacht und dadurch zerstört habe. Verzeihen kann ich mir so etwas nicht. Und in diesem Falle ist es unmöglich.
Ich dachte, es wäre stabil, doch wenn ein Strick einmal gerissen ist, reißen die anderen schnell und plötzlich ist alles zerbrechlich. Es war das pure Glück, doch ich kann es kaum anfassen, weil es wahnsinnig zerbrechlich ist, wie feinstes Glas. Glück ist zerbrechlich und ich merke es jeden Tag aufs Neue.
Es ist ein schlechter Zeitpunkt. Manchmal wünschte ich, wir hätten uns später erst richtig kennen gelernt, wären uns erst später näher gekommen.
Ich wollte perfekt für dich sein, seitdem ich mich in dich verliebt habe. Aber ich weiß einfach nicht wie, überhaupt nicht. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, weil ich immer nur daran denke, wie ich perfekt für dich sein kann. Wie ich dich glücklich machen und aus diesem Tal heraus holen kann. Ich will für dich besser sein, als die vor mir. Ich will nur für dich da sein, doch ich kann es nicht. Weil es nicht der richtige Zeitpunkt ist. Warten kann ich. Notfalls eben wieder 25 Monate.
Nur weiß ich nicht, ob es sich lohnt. Ob sich irgendwann noch alles ändern wird.

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