Samstag, 6. Oktober 2012

Live for what I'd die for

So wenig, wie ich ihn gestern Nacht loslassen wollte, will meine Decke seinen Geruch loslassen - nämlich gar nicht. Doch leider reicht das nicht, um mir einbilden zu können, dass er immer noch dort liegt, mich im Arm hält und mich wärmt. Oder andersrum. Wie auch immer. Das reicht nicht einmal, um mir einzubilden, dass er einfach neben mir liegt, ohne mich zu berühren.
Fast wäre ich wieder in seinen Armen eingeschlafen, doch er wäre nicht da gewesen, wenn ich wieder erwacht wäre. Papa erlaubt das noch nicht. Ich darf ja nicht erwachsen werden, es fällt ihm ja schon schwer, zu akzeptieren, dass ich männliche Freunde habe - aber wir machen Fortschritte, nicht wahr,Papa?

Beinahe fühlt es sich so an, als würde ich nur noch für das leben wollen, wofür ich auch sterben würde.
Das Lieben (-und geliebt werden, was die Jahre über ja aber aus blieb) und für die Person da zu sein, deren Name ganz groß auf meinem Herzen steht.
Möglich, dass ich nicht dazu da bin, große Karriere zu machen. Viele Kinder in die Welt zu setzen, die Umwelt zu schützen, etwas zu erfinden, Musik zu machen, Sportlerin zu werden oder überhaupt, irgendetwas Großartiges zu machen. Vielleicht bin ich auch einfach dazu bestimmt, für jemanden die perfekte Frau zu sein. Es mag sich komisch anhören, aber alles andere kann ich nicht. Ich kann vielleicht ganz gut kochen, doch niemals für viele Leute. Ich kann gut zeichnen, doch habe immer seltener Motivation dazu. Ich kann gut mit Tieren umgehen, doch - okay, da fällt mir jetzt kein Gegenargument ein,aber eines weiß ich: wenn ich liebe, dann von ganzem Herzen. Auch wenn es bedeutet, 25 Monate lang zu hoffen und nicht los lassen zu können, weil man abhängig ist und beinahe besessen von dem Willen, für diesen Menschen perfekt zu sein.
Aber er wollte das nie, ich weiß nicht, was er die ganze Zeit über gedacht hat, ob er mir überhaupt geglaubt hat, dass ich ihn von Herzen geliebt habe - schließlich war ich erst 14 und viele sagen, man wäre noch ein Kind, was von Liebe nichts versteht. Aber vielleicht war ich dahin gehend frühreif.
Es war kein kindisches Schwärmen, das erträumen einer Hochzeit, das romantische Spazieren gehen am Strand, nein, das war realistisch. In Gedanken. Natürlich dachte er, ich sei zu jung. Das hätte vielleicht auch nie jemand akzeptiert. Aber ich weiß, dass er meine erste große Liebe war.
Genauso, wie ich weiß, dass die meisten danach nichts dergleichen waren. Ich bin immer wieder zu dem einen zurück gekehrt, wollte mich nur ablenken.
Irgendwann wusste ich es, dass es das gleiche sein wird, dass ich wieder rückfällig werde.
Aber jetzt fühle ich, dass es nicht so sein wird.
Selbst wenn das alles wieder schief geht, wir irgendwann nicht mehr nebeneinander liegen und Film schauen werden, ich würde nicht rückfällig werden, weil ich diesmal weiß, dass es nicht wieder ein Ablenkungsversuch ist. Es ist wieder so ein Kribbeln auf der Haut, bei jeder kleinen Berührung, es ist wieder dieses Lächeln, welches ich dann trage und es ist wieder dieses Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, welches ich so lange vermisst habe und nur selten bekam.
Und diesmal ist es viel mehr. Es ist sehr viel besser, weil es keinen Hintergedanken gibt, der die Situation bestimmt und Schuld an jeder Bewegung ist. Es ist einfach so, wie es ist, es wärmt von innen und es gibt Hoffnung auf etwas Gutes.
Man sagt, man wird erst dann geliebt wird, wenn man sich selbst auch liebt. Das stimmt nicht. Ich weiß, dass er es nicht tut und trotzdem ist er derjenige, der mir dieses wunderbare Gefühl gibt und mich das fühlen lässt, was mich irgendwie voran bringt. Ich brauche jemanden, an dem ich mich festhalten kann. Jemanden, über dessen Nachrichten ich mich immer freue, egal, wie spät. Jemanden von dem ich träumen kann, an den ich denken kann, wenn ich sonst zu viele Gedanken habe,jemanden, dem ich vertrauen kann und der mich so mag, wie ich bin. Jemanden, von dem ich meinen Freundinnen vorschwärmen kann, an den ich denke, wenn mich jemand fragt, ob ich verliebt bin, wegen dem ich lächle, wenn mich etwas an ihn erinnert und dessen Namen ich in die Herzchen schreibe, die ich gedankenverloren irgendwohin male.
Jemanden, für den ich mein Leben geben würde, um seines zu retten.

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