Donnerstag, 24. Januar 2013

Mein Monster.

Und da ist es wieder, dieses hässliche Wesen im Spiegel, welches dir traurig, mit den Augenringen des Todes und mit einer grauenhaften Körperhaltung gegenübersteht und tief im Inneren sein Clownsgesicht aufsetzt und dich fies angrinst.
"Du hast schon wieder jemanden verloren, weil du so scheiße bist!" sagt es mir, zwingt mich auf die Knie, zwingt mich meinen Kopf zusammen zudrücken und mir die Fingernägel in die Kopfhaut zu schlagen, bis ich den Schmerz selbst kaum noch aushalte. Manchmal ein paar Sekunden. Manchmal länger.
Es schreit mich an, wie dumm ich doch sei, es schon wieder verschissen zu haben, es schreit mich an, wie schlecht ich sei und ob ich nicht langsam verstehe, dass es hoffnungslos ist und ich es einfach nicht verdient habe, länger als eine Woche so etwas wie Glück in einer anfänglichen Form zu empfinden.
Zusammenbruch. Auf dem Boden liegen und warten, bis die Tränen versiegt sind. Und dann realisieren, wahrnehmen, dass man allein ist und da kein Wesen existiert, welches solche Dinge sagt, sondern man sich das selbst vorwirft um sich die Geschehnisse der vergangenen Tage zu erklären.
Körperlich ausgelaugt, geistig ermüdet und emotional total verwirrt gibt es nur eine Lösung.
Schlafen und hoffen, nicht zu träumen. Manchmal hoffen, dass man gar nicht mehr aufwacht, doch das ist vergebens.
Tagsüber ist alles okay. Ich finde bisher genug Ablenkung. Doch einmal alleine sein, sich unbeobachtet fühlen und die Mauer, die man aufbaut, ist dahin, sobald man einen Spiegel sieht, das Monster wieder sieht, welches wieder nur kaputt macht, sowohl sich selbst, als auch andere.
Dann dieses minutenlange Starren. Welches fast die Augen austrocknet, weil es unbemerkt bleibt, bis man realisiert, dass man zu viel denkt.

Ich verhalte mich mir gegenüber wie ein Monster. Ich behandle mich nicht gut. Aber mich für mein Verhalten zu bestrafen, auf welche Art auch immer, fühlt sich gerechtfertigt an.
Und was gerechtfertigt ist, ist nicht falsch.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Früher haben wir vor Angst unter unserem Bett nach Monstern gesucht.. heute wissen wir, dass sie in uns leben..

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