"Monster werden von anderen Monstern gemacht."
(aus: Desperate Housewives)
Wir allein würden uns doch niemals freiwillig so verändern, dass wir uns als Monster bezeichnen würden oder gar als solches sehen, wenn wir einen Blick in den Spiegel riskieren. Würden wir uns selbst kontrollieren, unseren Charakter bestimmen können, gäbe es über 7 Milliarden verschiedene perfekte Menschen auf der Erde, weil jeder eine andere Vorstellung eines perfekten Menschen hat.
Wir hätten viel weniger Probleme, zum einen würden wir mit Stress und psychischem Druck viel besser klar kommen, wir würden unsere Aufgaben mit Bravur zu Ende bringen, wir würden nie in Stress geraten.
Wenn uns etwas misslingen würde - ja dann machen wir es eben beim nächsten mal besser und trauern nicht wegen dem Misserfolg. Wir würden jeden Morgen putzmunter und ganz chillig zur Arbeit, zur Uni oder Schule oder zur Ausbildung gehen und den ganzen Tag volle Leistung bringen - kurz gesagt: wir wären Arbeitstiere, bestrebt die Karriereleiter zu bezwingen und an der Spitze zu stehen, wir hätten jede Menge Geld, Neid wird uns entgegen gebracht und insgeheim ist man ein riesen Vorbild. Denkt man. Aber es wären ja alle so.
Einfach, weil in der heutigen Zeit kaum mehr zählt als Geld, Ruhm und Anerkennung. Da ist kein Platz mehr für Menschlichkeit. Die muss jeder für sich entdecken, damit verdient man kaum Anerkennung.
Wir sind aber nicht so. Wir sind leicht beeinflussbar, vielleicht nicht von unwichtigen Dingen, wie Klamottenstil, Musikgeschmack oder Vorlieben, da sind viele eigen und anders als die breite Masse.
Doch unserer Charakter wächst an jeder Enttäuschung, jedem Gewinn, jedem Verlust und Abschied und an jedem Erfolg.
Wird uns Neid entgegengebracht, heben wir ab, werden arrogant und wir halten uns einfach für etwas Besseres.
Werden wir verletzt, werden wir verletzlich und schwach, unsere Psyche wird krank, wir werden krank.
Jede Erfahrung, jede Neuheit beeinflusst uns und irgendwann merken wir vielleicht, dass wir nicht so sein wollen, wie wir sind.
Weil wir so gemacht wurden und es nicht einfach ganz schnell ändern können. Manchmal schafft man es selbst. Mit einer Sucht aufzuhören, mit Sport anzufangen, sich zwingen mehr zu lernen.
Tiefgreifendere Sachen können wir aber nicht von heute auf Morgen, Sachen die in der Psyche verankert sind.
Pessimismus, der uns nicht gut tut, krankhafte Eifersucht, die Beziehungen zerstört, die Prokrastination die wenig mit Faulheit sondern mit der Angst zu versagen zu tun hat, jegliche Phobien und tiefgreifende Ängste.
Dinge, die uns zu dem machen, was wir sind.
Manchmal entdeckt man Dinge an sich, die da noch nicht waren.
Ich war nicht immer Pessimist, aber Enttäuschungen haben mich zu einem gemacht und natürlich hasse ich es, in allem nur das Schlechte zu sehen, das Schlimmste zu befürchten und zu erwarten.
Zu gerne würde ich es ändern, aber es geht nicht. Ich wurde dazu getrieben und wurde dazu gemacht.
Es ist schwer, zu akzeptieren, was man ist. Besonders in einer von Perfektion besessenen Gesellschaft, in der dürre Models als schön gelten und Männer mit Sixpack und breiten Schultern als Sexsymbol fungieren. So viel Körperlichkeit in der Öffentlichkeit. Warum sieht man auf Plakaten auch immer nur Kerle in Unterwäsche, wenn es um Parfüm oder viel zu teure Uhren geht? Warum haben die Frauen auf Werbeplakaten immer kurze Kleider an, High Heels und einen Ausschnitt der fast bis zum Bauchnabel geht?
Sex Sells! Und unser Körper ist eine Schwachstelle, weil wir alle unsere Probleme haben.
Dort ein wenig zu viel, die eine Brust größer als die andere, die Nase zu huckelig, die Augen zu klein und wir machen uns wegen so etwas fertig? Unsere Selbstzweifel - die durch Enttäuschung, Misserfolge und anderen negativen Einflüssen, die gegen unsere Person gehen, ausgelöst werden - machen uns schwach. Wir beschäftigen uns wahnsinnig oft und viel mit uns selbst, schließlich müssen wie diese Person den ganzen Tag aushalten.
Die Menschen sind oberflächlich geworden, das Aussehen spielt eine viel zu große Rolle und nur noch wenige, wissen, dass es nicht nur darum geht - auch wenn jeder sagt, dass das Aussehen nicht zählt. Am Ende entscheiden sie sich doch für den, der besser aussieht, wenn sie eine Wahl haben.
Vergleichsweise ist es einfach etwas am Aussehen zu ändern, sofern uns dazu nicht die Motivation fehlt.
Oftmals ist es jedoch der Charakter, der uns den Anschein gibt, zu Monstern mutiert zu sein.
Egal ob es Rückfälle sind, ganz neue Eigenschaften, wenn wir unzufrieden mit unserem Charakter sind, ist es schwer daran etwas zu ändern, weil wir es alleine selten schaffen.
Bisher habe ich nur ein mittel gefunden, meinen Pessimismus kurzzeitig zu stoppen - die Hoffnung. Aber die stirbt. Und gibt es Anzeichen, dass die Hoffnung sinnlos ist, ist der Pessimismus wieder am Start.
Ich weiß nicht, wie ich die Prokrastination besiegen kann, die mir besonders in der Schule einige Steine in den Weg zum Abitur legt. Ich schaff es auch selten, mal nicht so scheiße nett zu Typen zu sein, die mich sowieso nur nerven. (Davon gibts echt genug. Nicht alle, aber viele.)
Ich bezeichne mich auch als Monster. Im Spiegel sehe ich nichts anderes, nur ein Mädchen, nicht einmal besonders schön, welches schlecht in der Schule ist, sich selbst an allem die Schuld gibt und sich dafür dann selbst irgendwie Schaden zufügt - sei es absichtlicher Schlafmangel, das Verzichten auf Essen, Alkoholkonsum (damit sind keine Partys gemeint) und das mit der Klinge werde ich in Zukunft ja lassen. Bin froh keine Drogen zu besitzen. (Obwohl...?).
Zudem mache ich mir Vorwürfe, und wahnsinnig große Sorgen, rechen jede Sekunde damit, dass ich die Nachricht erhalte, einer meiner Freunde sei gestorben oder verletzt. Horrorszenarien, die nicht sein müssten.
Auch, wenn es mir in den letzten Tagen gut ging, mir ist klar, dass sich das bald ändern wird, weil der Schulstress mich wieder auffrisst.
An manchen Tagen fällt es mir leicht, mich zu akzeptieren und wer das geschafft hat, braucht sich nicht mehr als Monster zu sehen. Doch an anderen Tagen würde ich mir am Liebsten die Augen ausstechen, um mich nicht mehr sehen zu müssen, oder gleich erdolchen um nicht mehr meine Gedanken denken zu müssen.
Ganz egal, wie du bist oder welche Zweifel du an dir hast, egal wie du aussiehst, egal als welches Monster du dich siehst.
Du kannst stolz sein. Stolz darauf, tiefer zu gehen als andere, nicht nur auf dein Aussehen zu achten sondern auch auf Charakter. Schwere Zeiten machen wir alle durch, bei manchen sind es wenige Monate, bei anderen sind es ein paar Jahre, aber wir kommen da irgendwie ja doch alle durch.
Tut euch etwas gutes, gönnt euch etwas, nehmt euch Zeit zum entspannen und akzeptiert euch. Jeder Mensch ist auf irgendeine Weise liebenswert, auch wenn man denkt man würde nie einen finden, hört nicht auf zu suchen, egal, wie oft ihr enttäuscht wurdet, aufgeben ist der schlechteste Weg. Glaubt nicht daran, dass die Wahre Liebe einen schon findet, wenn man abwartet - wenn alle warten gefunden zu werden, sucht keiner mehr. Riskiert etwas. Probiert etwas Neues.Tut das, was sich besser anfühlt. Zwingt euch, etwas für eure Zukunft zu tun und verbaut euch nicht alles.
Lasst euch auf etwas Neues ein, wenn ihr altem hinterher trauert. Genießt die Zeit die ihr habt, es wird nicht leichter im Leben.
Das mag alles klingen wie aus einem 08/15-Ratgeber, doch im Endeffekt ist es ein Teil des Geheimnisses, wie man ein entspanntes Leben führt, denke ich.
Ich mit fast 17 kann zwar nicht mit meiner Lebenserfahrung angeben, doch ich denke, ich kann sagen, dass ich viel durch gemacht und viel gelernt habe.
Leben ist schwer. Aber es ist nur eine Probe und wer vorher aufgibt, hat verloren.
Wir müssen einfach kämpfen und unserem Leben zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen.
Kämpft und ihr gewinnt früher oder später.
Mit Sicherheit.
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