Mittwoch, 9. Januar 2013

Geistlos.

Erstmal der Moment, in dem man anfängt zu realisieren, dass man nicht nur den Geliebten sondern gleich damit auch noch den besten Freund verloren hat. Die Kopfschmerzen vom minutenlangen Heulen gehen nicht mehr weg, die Kälte zieht durch den ganzen Körper und krampfhaft versucht man sich zu retten - raus, an die frische, nasse Luft, den Nieselregen spüren, die Kälte spüren, frei sein.
Aus dem frei wurde nichts. Immer noch gefangen von den Sorgen, gefangen von einer Art Klaue, die die Kehle zudrückt, als ich den altbekannten Weg ging, wie jeden Tag in meinen Tagträumen um bei ihm sein zu können. Und mit jedem Schritt das Atmen ein bisschen mehr verlernen, bis man es letztendlich doch schafft, sich von der einzigen materiellen Erinnerung zu erlösen. Wieder zurück zum Besitzer.
Diese Sehnsucht, die einen das Herz zermartert, während man ein Lebenszeichen sucht.
Es muss ja irgendwie weiter gehen. Nur bleibt die eine Frage offen.

Wie?

Hat es denn Sinn, mich noch mehr zum Objekt zu machen und mich einfach denen, die mich wollen, hinzugeben nur um ein bisschen Spaß zu haben? 
Der einzige Reiz besteht für mich in der Gewissheit,dass es meiner Psyche noch mehr schadet und mich somit selbst bestraft. 
In meinen Albträumen habe ich ihn oft verloren, das waren die Tage, an denen ich weinend aufgewacht bin, an denen alles mies war.
Heute war anfangs alles okay. Bis ich dann Papa gesehen habe, der wieder schlechte Laune hatte. Und als meine Welt dann wieder eingerissen wurde, war es vorbei mit Stark sein, nur merkte keiner, dass ich schon im Unterricht weinte.
Als ich meinen letzten Blogpost geschrieben hatte und daran dachte, was ich alles vermissen würde, wurde es immer schwerer mich zu beherrschen, weil es einfach nur schmerzt. 
Nie wieder mit ihm kuscheln. Nie wieder seinen Hals küssen oder ihn zärtlich beißen. Nie wieder mit ihm kämpfen oder in seinen Armen einschlafen. Nie wieder versuchen mit ihm zu kochen und nie wieder bei ihm mitfahren und ihn dafür in die Schulter boxen, wenn er kurz die Hände vom Lenkrad nimmt. 
Ich bin so durcheinander, denke in tausend Richtungen und finde kein Ende. 

Mit dem Zug ein Stück näher zu ihm, kurz davor die Fahrkarte verloren. Zwei Stunden später, ohne ihn gesehen zu haben zurück - und bemerkt, dass ich so durcheinander bin, dass ich mir nicht mal eine Hose angezogen hab und nur in Strumpfhose rumgelaufen bin. Für wie gestört muss man mich halten?

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