Mir ist ja nicht bewusst, in welche Richtung sich seine Gedanken drehen mögen. So, wie er es mir erklärte, würde es in diesem Falle niemals wieder einen Neustart geben.
Der Tod unserer Freundschaft zog sich von September bis zum Januar, bis kurz vor meinen 17. Geburtstag.
Vier Monate musste sie Qualen erleiden und lebte nur noch von den wenigen Höhepunkten (welch unpassende Wortwahl), die manche Wochenenden versüßten.
Ich sehe keine letzten Zuckungen mehr, sie ist einfach tot und wäre jetzt nicht mehr zu retten, weil ich nicht wieder vertrauen kann, wenn es einmal so verletzt wurde.
Wer einmal lügt, der wird es wieder tun.
Wer einmal schweigt, wird nie alles erzählen.
Doch wenn es ihm durch meine Abwesenheit besser geht, scheint es vielleicht doch der richtige Weg zu sein?
In meinen Augen habe ich es sowieso nicht verdient, glücklich zu sein, weshalb ich auch wieder die bin, die leidet.
Ihm scheint es gut zu gehen. Was mir wieder zeigt, wie schlecht ich Menschen tun kann.
Ihm scheint es nicht nahe zu gehen. Was mir wieder zeigt, wie leicht ich zu ersetzen bin.
Zu gern hätte ich dir wenigstens noch einmal in die Augen gesehen und mich von dir verabschiedet, doch nicht einmal diese Ehre scheint mir gegeben zu sein. Du gehst einfach, nimmst sicher ein paar Erinnerungen mit und färbst viele in einem hässlichen, unansehnlichen Grauton.
Ich hoffe, sie kommen nicht wieder, wenn der Schmerz einmal nach gelassen hat. Weil jeder Fetzen, der neu dazu kommt, immer wieder eine tiefe Wunde einreißt, die nie heilen wird, wirklich nie, so wie bisher keine solcher Narben geheilt ist.
Ich fühle mich leer ohne dich. Als hätte ich kein Ziel mehr und als wäre meine bloße Existenz nur eine Belastung für andere und die Umwelt. Schon vorher war mir mein Leben nicht viel wert und jetzt ist mein Ziel einfach weg.
Schon wieder.
Es ist nicht so scheiße, so tief zu fallen. Sondern, dass man Ewigkeiten braucht um wieder auf eigenen Beinen stehen zu können.
Umso besser, dass man mich immer irgendwie hält - auch wenn es mir manchmal lieber wäre, dass sie sich mir alle abwenden, damit es keinen mehr gibt, der mich vermisst wenn mich Wille und Mut irgendwann einmal total verlässt. Auch, wenn es noch in weiter Ferne zu liegen scheint.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen