Dienstag, 8. Januar 2013

3 Dinge am heutigen Tag.

1: Einfach im Bett vergessen.

Es ist oft so, dass ich morgens meinen Wecker ausstelle, wenn ich weiß, dass ich nicht viel Zeit brauche. Dann nämlich kommt mein Papa gegen dreiviertel 6 in mein Zimmer, weil er sieht, dass kein Licht an ist, er denkt, ich hätte verschlafen. Aber ich mag es einfach nur, zum frühen Morgen eine Stimme zu hören, die mich an meine Kindheit erinnert - eine die sonst immer voller Vorwurf, Spott oder Enttäuschung zu mir spricht.
Wenn Papa mich am Morgen weckt, klingt es wie früher, als er fragte wie die Schule war zum Beispiel. Ansonsten klingt seine Stimme selten so. Aber je regelmäßiger das wurde, desto freundlicher gingen wir miteinander um, auch nachmittags und wir sprachen sogar miteinander, wenn wir gegen 6: 25 Uhr zur Schule/auf Arbeit fuhren, was wochenlang nicht funktionierte.
Sonntag kam er zu mir und fragte mich, ob ich morgen wieder 2h später hätte, wie jeden Montag, regulärer Unterrichtsplan.
Er hat also nicht vergessen, dass er mich normalerweise mit zur Schule nimmt.
Heute Morgen klingelten meine drei Wecker, auch die drei, die ich extra noch stellte bekam ich mit und irgendwann wachte ich auf - 6:58 Uhr. Papa war nicht mehr da und hat mich einfach vergessen und ist zur Arbeit gefahren.
Erste Stunde Geschichte und jede Menge Stoff also verpasst, zudem konnte ich so 18h nichts essen und sah aus wie der Tod an seinen schlechten Tagen.

2: Die Jugend von heute!

Sagen sie doch gerne, diese älteren Menschen. Unfreundlich und unhöflich! Ich bin heute durch die Stadt gelaufen, mit einer Woge aus Euphorie (woher auch immer) und fragte mich, wie viele Menschen wohl so höflich wären, ein Lächeln zu erwidern. Alle Frauen, besonders die alten Schabracken schauten mich böse an und ignorierten mich, die meisten Männer waren verwirrt und schauten schnell weg und nur ein Mann war in der Lage zurück zu lächeln und freundlich zu nicken. 
Was ist so schwer daran, mal bisschen freundlich zu sein? Ist es das fehlende Sonnenlicht? Es wird seit Tagen nicht mehr hell, es regnet oder nieselt ununterbrochen, der Schnee ist fast überall weggetaut (selbst bei uns auf'm Berg!). Es ist doch schön, die nasskalte Luft zu spüren, die kleinen Tröpfchen die ins Gesicht fallen zu genießen. Es war ein wenig enttäuschend, so viele skeptische Blicke zu ernten, wo man doch nur auf ein Lächeln hofft. 

3: Error 404: Social contacts not found

21:30 Uhr. Und dann sofort dieses kleine, gelbe Warnschild unten rechts, welches mir zeigt, dass die Internetsperre zugeschlagen hat.  An den beiden Schultagen vorige Woche, war nichts. Aber Sonntag - das gelbe Warnschild.
Es ist nicht nur so, dass auf meinem (nur meinem) PC das Internet weg geht, nein, die W-LAN Verbindung meines Handys ist auch tot, dabei kommuniziere ich mit Menschen vor allem abends hauptsächlich über Steam, Facebook und WhatsApp. 21:30 Uhr verliere ich also den Kontakt zu allen. Die Internetverbindung über Vodafone ist hier zu schwach, ich kann höchstens an den Laptop, aber auch nur bis 23:00 Uhr, weil dann meine Mum von der Arbeit kommt. 
Diese Begrenzung stresst mich unglaublich. Weil ich mir dann sage, dass ich ja bis 21:30 Uhr noch das Internet nutzen muss (das heißt: zocken, zocken, zocken) und danach fällt mir ein:
Oh, Schulaufgaben. Oh du wolltest noch Haare waschen. Oh, du solltest mal etwas essen. Also bleibe ich wach, auch wenn ich todmüde bin und schlafe in der Schule ständig ein.
Wenn ich allerdings weiß, dass ich keine Begrenzung habe, fange ich auch mal eher mit dem ganzen Zeug an.
Ich schrieb meinen Papa einen Zettel, dass er die Sperre ausmachen soll, weil ich alt genug bin um meinen Tagesrhythmus zu kontrollieren. Er schreib darunter, dass ich nicht einmal den Geschirrspüler ausgeräumt hätte. (Ergo: Du bist zu faul und hast das nicht verdient)
Als ich heute nach Hause kam, hab ich Holz rein geholt, weil es sau kalt war, wollte die Wäsche abnehmen (noch nass), die Küche aufräumen (blitzblank) und dann fiel mir nur noch ein, wie er letztens sagte, ich solle diese verfickte scheiß Aquariumpumpe sauber machen. Nachdem ich mit diesem scheiß Teil gekämpft habe, dann Fischkacke aus diesen Schwämmen und den Filtern gespült habe, die Küche halb geflutet hatte, fiel mir der scheiß Aquariumdeckel auf den Zeh, der jetzt immer noch taub und kalt ist (immerhin noch beweglich und nicht blau) und nachdem ich kurz davor war, irgend etwas zu zerstören, fiel mir ein:
Oh. Du hast vergessen, dass dein Vater ja nie sieht, wenn du etwas im Haushalt gemacht hast, sondern nur das, was du vergessen hast.

Sollte heute 21:30 Uhr kein kleines Warnschild meine Aggression ins Unermessliche steigern, wäre die Theorie dann wenigstens widerlegt und dann habe ich nachmittags wenigstens Zeit, was im Haushalt zu machen - muss ja nicht die Zeit, die mir bleibt, unbedingt ausnutzen.

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