Samstag, 1. September 2012

Can we be a family?

Dieses T-Shirt ist jetzt ungefähr 2 Jahre alt und ich habe es bisher ein einziges Mal getragen. Das war, glaube ich, zu Papa's Geburtstag, meine Schwester hat das gleiche Shirt und wir wollten ihm eine Freude bereiten.
So war das einmal. Ich würde dieses Shirt nie wieder anziehen. Es fühlt sich komisch an, einen indirekten Liebesbeweis an meinen Vater an mir herum zutragen.
Ich weiß nicht, was passiert ist, dass wir uns so sehr auseinander gelebt haben, aber wahrscheinlich das, was immer passiert und dazwischen kommt - das Leben.
Ich bin viel erwachsener geworden, vor allem in den letzten beiden Jahren und Papa will das nicht.
Ich bin ja jetzt die einzige Tochter, die mit im Haus lebt.
Die einzige Tochter, die er für alles verantwortlich machen kann und die an allem Schuld ist. Ich vermisse meine große Schwester, die so oft immer sagte "Komm, wir machen das zusammen, dann sind wir schneller fertig." Jetzt muss ich alles alleine machen und den ganzen Stress, den Papa immer hat, alleine ertragen. Aber irgendwann wird auch mir das zu viel und ich schaffe es nicht mehr, die Wut irgendwie anders zu verarbeiten.
Ihm gefällt nicht, dass ich mich mit Spielen beschäftige, die eigentlich ab 18 sind um meine Wut auszulassen. Mir gefällt nicht, dass er seine Wut an mir auslässt.
Ihm gefällt nicht, dass ich mich mit Jungs abgebe, wovon manche vielleicht einen schlechten Einfluss auf mich haben. Mir gefällt nicht, dass er sich nie mit mir beschäftigt.
Ihm gefällt nicht, dass ich ständig Besuch habe oder zu Freunden gehe und erst weit nach Mitternacht nach Hause komme. Er sagt, ich solle doch mal zu Hause bleiben. Mir gefällt nicht,dass er mich nicht einmal ansieht, wenn ich zu Hause bin.
Ihm gefällt nicht, dass ich morgens nach dem Aufstehen, nicht fröhlich angesprungen komme und "Guten Morgen Papa" sage. Mir gefällt nicht, wie er mich dazu zwingt.
Ihm gefällt nicht, wie ich bin - und mir gefällt nicht, wie er ist.
Wenn er irgendetwas zu mir sagt, kommt meine Mutter und fragt, wieso er mich schon wieder runter macht. Normal ist anders.
Papa sagt vor allen Familienfreunden immer ich sei faul und dick
Okay, ich mache nicht sehr viel im Haushalt - aber alles, was ich benutze bzw. dreckig mache, räume ich auch auf., Die Küche putze ich sogar gerne. Aber das sieht er nicht.
Und danke, dass du allen sagst, ich sei dick. Jetzt, wo ich endlich einmal mit meinem Körper halbwegs zufrieden bin. Jetzt, wo ich endlich keine Heulkrämpfe mehr bekomme, wenn ich in den Spiegel schaue.
Papa hat nie gesehen, wie schlecht es mir geht, weil er mich nicht mehr ansieht. Und wenn, dann mit einem Gesichtsausdruck, so kalt wie Schnee. Es interessiert ihn nicht, was ich stundenlang eingesperrt in meinem Zimmer mache, auch wenn er mich tagelang nicht sieht, es interessiert hin nicht.
Sie waren letztens im Urlaub, ich wollte nicht mit. Weil ich wusste, dass es mir keinen Spaß gehabt hätte.
Ich war 12 Tage allein zu Hause, als sie wieder kamen, war alles aufgeräumt. Küche, Wohnzimmer, bad, alles war geputzt und ordentlich. Meine Mutter kam rein und umarmte mich. mein Vater hat mich angesehen und hat mir nicht einmal Hallo gesagt, sondern nur, dass ich die Musik leise machen sollte.
In den nächsten Tagen hatte ich viel Besuch von Freundinnen. Zu  denen war er nett. Hat Witze gemacht. Sie haben gesagt, mein Papa wäre cool drauf.
Zu mir ist er es nicht.
Ich traue mich nicht einmal mehr, irgendetwas in seiner Gegenwart zu sagen, ich habe einfach Angst, wieder irgendwelche Beleidigungen hören zu müssen.
Ich bin nicht Daddy's Girl. Früher, ganz früher, hat er mich geliebt. Davon ist heute nichts mehr übrig. Er sagte einmal, das war ungefähr ein Jahr her, dass er mich immer lieben würde, auch wenn er es nicht zeigen kann. Doch die Hoffnung, dass da noch irgendwo etwas ist, schwindet jeden Tag.

(Falls jemand Interesse an dem T-Shirt haben sollte (Größe M, wie gesagt nur einmal getragen, wie neu) kann er sich gerne bei mir melden. Ich habe nicht vor es irgendwann einmal wieder anzuziehen.)

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