Dienstag, 11. September 2012

Ausatmen.

Endlich, es regnet wieder. Dass ich krank bin, ist mir egal, nichts würde mich hindern, mich nach draußen zu stellen und die kühlen Tropfen zu genießen. Es tut gut, im Regen zu stehen. Gleißende Blitze zucken über den Himmel und leuchten mir für eine Sekunde den Weg, den ich schon viel zu oft gegangen bin.
Raus hier. Weg hier. Freiheit spüren.
Ich will nicht reisen und doch will ich anderes sehen - es macht mich fertig. So viele Erinnerungen. Überall und an jedem Gegenstand, sie erzählen Geschichten, detailliert und genau,so laut, dass ich sie nicht überhören kann. Verdrängen. Vergessen. Nichts geht und sie wühlen mich immer wieder auf.
Ich stehe mit nassen Socken auf der Terrasse, schaue nach oben und sehe nur Schwärze, die mich einzusaugen scheint. Doch ich bleibe auf dem Boden der Realität stehen, bewege mich nicht.

Wieder im Wohnzimmer. Die Katze kommt zu mir und beruhigt mich, was ihr nicht gelingt, denn in mir tobt ein Krieg. Ich wüsste zu gerne, welches Gefühl siegt. Welche Gefühle da überhaupt sind, ich weiß es nicht. Für den einen zu viele, für den anderen zu wenig, für wieder einen immer noch welche, wo keine sein dürften, und wo welche sein sollten, verschwinden sie.
Das Ein- und Ausleben beginnt. Alltag. Monotonie. Und nur wenige, die mich aus dem Alltagstrott heraus holen können, bei denen ich jede einzelne Sekunde genieße und bei denen ich am liebsten den ganzen Tag wäre - ALLTAG! Holt mich wieder ein, Verpflichtungen, Aufgaben, Termine und schon wieder keine Zeit.
Menschen, die ich den ganzen Tag um mich haben will ersetzt mit den menschen, die ich nicht sehen will, aber aushalten muss.
Schulalltag. Ich verstehe die Aufgabe nicht. Mathematik. 2x² +a²b³ : 4x + a³b³. oder was weiß ich. keine Ahnung. Ist mir egal. Ich brauch das nicht mehr.
Innen drin fühl ich mich eingeengt. Wann kann ich endlich Ich sein?
Wann sehe ich die Menschen wieder, bei denen ich ungehemmt ich sein kann und ich mich immer noch wohl fühle?
Ich will das nicht. Ich bin viel zu gefangen.

Noch einmal raus,tief einatmen und die Zwänge mit ausatmen. Regen tut gut.

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