Donnerstag, 21. Juni 2012

Unzufrieden oder was?

Man denkt, hier im Dorf, man lernt keinen kennen. Außer vielleicht übers Internet. Aber ansonsten hat man die Arschkarte gezogen und stirbt irgendwann alleine.
Aber es kommt doch vor, dass man neue Menschen kennen lernt - und wenn es der Schornsteinfeger ist.
Der einen nach seinem Besuch auch gleich auf Facebook addet. Der einem mit Komplimenten überhäuft. Der einem Interesse entgegen bringt und dessen Charakter einem gefällt, sehr sogar.
Und ich könnte so glücklich sein und alles könnte perfekt sein und doch kann ich es wieder nicht genießen.

Um mich herum herrscht Euphorie, Freundinnen, Schwester und meine Mutter machen jetzt schon Scherze über die Beziehung, die für sie sowieso schon entstehen wird.  Vor allem meine Familie. "Gibt´s was Neues?" kann ich nicht mehr hören.
Das setzt mich unter Druck. Ich denke immer wieder nach, was alle sagen werden, wenn ich es wieder versaue. Werden alle den Kopf schütteln oder gar lachen?
Ich kenne ihn jetzt seit drei Tagen, doch es ist kein normales Kennen lernen, sondern eines, welches auf die Voraussicht auf eine Beziehung basiert. "Wenn wir vielleicht mal zusammen sind..." kann ich nicht mehr hören. Wobei der Gedanke doch ganz schön ist. Eigentlich.
Er passt eigentlich gar nicht in mein "Beuteschema". Tattoos, Piercings, Hardcore und sieht auf den ersten Blick aus, wie ein typischer Schläger,mit seinen Muskeln. Doch seine Augen und sein Lächeln, das passt da gar nicht rein. So zart und...so wunderschön.
Und der Gedanke, in seinen starken Armen zu liegen, ist doch ganz schön.
Er ist ein wirklich ehrlicher und direkter Mensch. Und natürlich redet er nicht nur darüber, dass meine Augen schön seien, nein, er schwärmt förmlich von meinem Körper und herje! Das kann ich nun so gar nicht verstehen, dass jemand meinen Körper schön findet.

Trotz allem, geht es schnell und ich weiß nicht, wie ich es stoppen soll. Ich weiß nicht einmal, was ich will, bin so unheimlich verwirrt.
Bin ich allein, will ich jemanden bei mir haben, könnte ich jemanden bei mir haben, dann will ich Freiheit.
Ich denke oft daran, ob ich überhaupt für eine Beziehung geschaffen bin. Ich möchte niemandem meiner Familie vorstellen mit den Worten "Das ist mein Freund. Wir lieben uns." oder sonst etwas.
Ich möchte nicht mit diesen Worten vorgestellt werden und will mich nicht festlegen. Ich will aber nicht immer allein bleiben. Ich will lieben dürfen - aber nicht so sehr geliebt werden, dass ich weiß, dass ich die einzige bin. Ich will kämpfen, mir den Arsch aufreißen und mich vernachlässigen um diesen einen zu bekommen.
Es fühlt sich seltsam an, gemocht zu werden. Also...so gemocht.
Ich möchte keine Romantik, keine Komplimente, warum weiß ich nicht. Wieso geht es immer so schnell?
Das war bei den letzten Kerlen doch genauso. Schon nach wenigen Tagen kommen sie mit den Worten "Beziehung" und nennen mich "Süße". Das ist ja alles ganz niedlich, doch so engt man mich nur ein. Und auch wenn ich das sage, bisher hat es ja noch nie geholfen.
Ich habe Angst, dass ich nicht mehr "Nein" sagen kann und Dinge mache, die sich nicht richtig anfühlen, weil ich ihn nicht verletzen will.
Ich habe Angst, dass es sich nicht gut anfühlt. Ich habe Angst, dass ich wieder falle und liegen bleibe.
Ich weiß nicht, ob ich mit ihm zusammen sein will.
Weiß nicht, ob ich überhaupt mit jemandem zusammen sein will.
Weiß nicht, was ich will und ob das, das Richtige für mich ist.

Er sagte mir, mit einer seiner Ex-Freundinnen sei Schluss gewesen, weil sie psychisch mies drauf war - ich weiß nicht ob er krank, instabil oder wahnsinnig meinte - doch jetzt habe ich Angst, ihm die Wahrheit über mich zu erzählen.
Habe Angst, dass er mich besser kennen lernt - und die Narben sieht.
 Ein guter Freund sagte, ich solle mir einfach mal irgendeinen Typen krallen und was tun, was mir Spaß macht. Okay. Vielleicht mache ich das einfach.
Aber ich habe Angst, mich zu sehr zu verlieben und daran kaputt zu gehen - wenn es kaputt geht.

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