Dienstag, 17. Januar 2012

Missverstanden, unverstanden.

 Was wird aus einem Streit, der nicht ausgehandelt werden kann? Bleibt er immer als dunkle Wolke erhalten, verpufft er irgendwann?
Es gibt Menschen, die können nicht reden. Sie können zwar ihren Mund aufmachen, Laute hervorbringen, manches mal ergeben die Wortfetzen Sinn - doch manche schaffen es nicht, jemandem gegenüber zu stehen,in die Augen zu blicken und zu sagen, was sie denken. Ich kenne viele solche Menschen. Und ich weiß, dass ich auch einmal so einer war. Aber ich habe mich in vielerlei Hinsicht geändert, Erfahrungen gemacht, die mir gezeigt haben, wie einfacher es doch sein kann, zu reden.
Doch man kann nicht mit jemandem reden, der dazu nicht bereit ist.
Ich würde ja. Ich würde alles sagen. Heraus schreien, was mich stört. Aber ich weiß, dass andere das nicht wollen, deswegen schweige ich. Schreibe vielleicht. Auch wenn ich es nicht mag. Ich mach es nur, weil ich weiß, dass es denen leichter fällt.

Doch was sind das für Personen, die von einem genau dies erwarten, dass man redet und es selbst nie getan haben? Haben sie einmal gefragt, wie es einem geht? Was in einem vor geht?
Nie.
Und jetzt wollen sie, dass man redet, wahrscheinlich wissen sie doch dann ganz genau, dass sie es gar nicht wollen. Sie sagen es nur, weil es vernünftiger klingt.

Ich weiß nicht, was aus mir geworden ist, ich bin überhaupt nicht so wie früher - für manche ist dies ein Grund , mich zu beschuldigen, für Dinge, die sie gar nicht verstehen oder akzeptieren.
Bevor ich  grundlos versuche, mich zu verteidigen - mir wird doch eh nicht zugehört - schweige ich eben weiter. Ich weiß bis heute nicht, was genau ich falsch gemacht haben soll. Ich habe erklärt, warum ich weniger erzähle. Ich habe erklärt, dass ich Freiheit brauche und nicht alles erzählen werde.
Wer mich bedrängt hat von mir keine Entschuldigung oder Erklärung für irgendwas mehr zu erwarten, wenn er mir vorher nicht zugehört hat.
Ich habe schon einige Verluste überstanden. Langsam habe ich mich dran gewöhnt. Langsam tut es nur noch halb so weh.

Das Einzige, was weh tut, ist dieses Gefängnis. Ich weiß, dass ich nichts mehr erklären kann, jedes Wort trifft auf Ohren, die verschlossen bleiben.
Doch anscheinend kann man nicht reden, es geht wohl doch nur schriftlich.
Ihr wollt wissen, warum ich euch nichts mehr erzähle?
Habt ihr denn nachgefragt, was ist? Habt ihr nicht immer die Augen verdreht, wenn ich etwas von den Männern erzählt  habe, die mein Herz besetzten?
Natürlich ist es komisch, dass sie um einiges älter sind als ich. Ich verstehe, dass ihr das nicht als ideal empfindet. Das akzeptiere ich auch - nur akzeptiert ihr, dass ich mich in diese Männer verliebt habe?
Ich erzähle nichts von meinen Problemen, weil ich nicht will, dass ihr euch Sorgen um mich macht. Deswegen täusche ich Frohsinn vor.
Okay, ihr habt gesagt, dass euch das noch mehr besorgt - wusste ich davon? Wohl kaum.
Ich erzähle weniger von mir, weil ich gemerkt habe, wie viel andere über mich wissen. Mir ist klar, dass ihr es nicht wart, die es weiter erzählt haben. Doch es geht mir um die Allgemeinheit. Ich möchte Geheimnisse.

Ihr beschwert euch, weil ich nichts mehr mit euch zu tun haben will?
Habt ihr euch unsere Freundschaft einmal angeschaut? Streit. Diskussionen. Wieder Streit. Und immer nur, weil ich eine andere Meinung habe, die ihr nicht akzeptieren wollt. Ist logisch, zwei gegen einen ist nun einmal die Mehrheit. Aber ich hasse es, wenn man meine Meinung so nieder macht.  Ich dachte, das wusstet ihr.
Und denkt ihr, ich hätte Lust auf so etwas? Auf solche Diskussionen?
Natürlich nicht. Deswegen mache ich nichts mehr mit euch.

Wahrscheinlich müsste ich diesen Post hier öfter in meinem Blog erscheinen lassen - ihr lest doch sowieso oftmals nur die Hälfte und seht dann den Rest vor Wut nicht mehr - weil ihr das alles anders seht. Aus meiner Sicht sieht er so aus.
Ich möchte keine Versöhnung. Mir gingen die ganzen Streitereien zu tief unter die Haut. Im wahrsten Sinne des Wortes. Damit komme ich nicht zurecht.

Und wenn ihr es so wichtig findet, zu reden - warum erwartet ihr von mir, dass ich damit beginne?

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