Donnerstag, 19. Januar 2012

Ich, das Miststück.

Ich war nie ein Mensch, der seine Probleme auf die Goldwaage gelegt hat und allen zeigen wollte, wie schlecht es mir geht.
Ich habe immer nur gedacht, dass es tausende gibt, denen es schlechter geht, aber ich habe gelernt, dass es scheiß egal ist, welche Probleme man hat. Wie schwerwiegend diese sind. Wie kompliziert. Es kommt einfach nur darauf an, ob man die Kraft hat, diese Probleme zu überstehen.
Manche lassen sich helfen. Für die ist das normal. Andere aber können das nicht. Weil es sich einfach falsch anfühlt, wenn man den Weg nicht weiter geht, für den man sich einmal entscheiden hat.

Ich bin auch kein Mensch, der sich für perfekt, auch nur annähernd für einen guten Menschen hält. Das wird mir jetzt vorgeworfen. Dass ich keine andere Meinung akzeptieren würde, alle als falsch ansehe, dass ich glaube, meine Probleme wären die Schlimmsten. Mir wird vorgeworfen ich sei kaltherzig und ich sei lächerlich.
Ich sehe mich als perfekt? Ich hasse mich. Ich würde nicht einmal fünf Stärken an mir zusammen bekommen, aber 50 Schwächen. Ich bin eines der unperfekstesten Geschöpfe überhaupt. ich bin scheiße, das sage ich mir selbst. Aber alle anderen wollen es mir ja aus reden - pardon. Sie wollten. Jetzt bin ich es auch in ihren Augen.
Ich keine Meinung akzeptieren? Ich habe sehr viel Verständnis für jede Meinung. Nur, weil ich etwas anders sehe, heißt das nicht, dass ich die Meinung nicht akzeptiere - aber wenn es um mich geht, darf ich ja wohl noch meine Meinung durch setzen! Ich darf ja wohl noch das machen, was sich für mich richtig anfühlt oder ist das nicht erlaubt?
Ich würde alles als falsch ansehen? Alles, weil manche Behauptungen ganz einfach nicht stimmen und sie ganz einfach falsch sind. Wer sagt hier, was Alles ist?
Ich glaubte, meine Probleme,wären die Schlimmsten? Ich habe mir meine Probleme selbst eingehandelt, habe verdammt viele Fehler gemacht und bin ganz allein Schuld. Andere wurden im Schlaf von einem Unglück überrascht, haben nichts mehr. Andere können nichts essen, weil es nichts gibt. Ich hab mich so viele male selbst bestraft, für das, was ich mir selbst angetan habe. Natürlich frage ich mich, warum mir immer wieder so etwas passiert, aber ich habe nie auch nur eine einzige Sekunde daran gedacht, dass es keinem so schlecht geht wie mir.
Aber nur, weil es anderen schlechter geht, heißt das nicht, dass es mir gut geht.
Ich sei kaltherzig, wird gesagt. Ich fange fast an zu weinen, wenn ich einer Schnecke das Haus zertrete. Ich bin traurig, wenn ich zersägte Bäume sehe. Wenn ein Vater seinen kleinen Sohn ausschimpft, würde ich den Kleinen am Liebsten in den Arm nehmen, dabei mag ich Kleinkinder nicht einmal sehr. Wenn mir gegenüber jemand weint, muss ich oft auch mit weinen. Wenn mir jemand schreibt, wie schlecht es ihm geht, würde ich ihm am liebsten die ganzen Sorgen abnehmen. So oft habe ich mir gewünscht, ich könnte die Sorgen meiner Freunde auf mich nehmen, nur, damit es ihnen besser geht. Okay, ich konnte das nicht gut zeigen. Verständlich, dass manche damit ein Problem haben. Aber wer mir vorwirft, ich sei kaltherzig - der kennt mich wahrscheinlich nicht einmal.
Ich wäre lächerlich? Bin ich diejenige, die jedem erzählt, wie scheiße die oder der ist, weil sie nicht das tun, was ich will? Bin ich die, die alle anderen versucht gegen eine einzelne Person aufzuhetzen? Bin ich die, die andere als primitive Fotze beschimpfen muss um ihre Meinung zu zeigen? Bin ich die, die schreien muss, um ihre Argumente zu verteidigen? Bin ich die, die den ganzen Tag mit einer Gruppe über eine einzelne Person lästert, nur um noch mehr Unterstützung zu bekommen? Mit einer Gruppe aus Menschen, die das Opfer überhaupt nicht kennen und sich absolut kein Bild von der ganzen Sache machen können? Oder bin ich lächerlich, weil ich der "Welt" in meinem persönlichen Blog von etwas erzähle?

Immerhin kämpfe ich nicht gegen die Unterzahl und ziehe noch mehr mit in die Sache hinein.
Immerhin hab ich es nicht nötig, mit niveaulosen Schimpfwörten um mich zu schlagen, um mir Aufmerksamkeit und Ausdruck zu verleihen.
Immerhin gebe ich meine Fehler zu und gebe auch zu, dass die Hauptschuld an mir liegt.
Immerhin hab ich es nicht nötig, ehemalige beste Freunde zu beschimpfen, nur weil die Freundschaft vorbei ist. (Vor ein paar Wochen noch die Allerliebste und jetzt die hässliche Fotze? Ach, so schnell geht das.)
Immerhin führe ich mich nicht auf, als wäre ich Big Boss sondern weiß, dass ich nichts weiter als ein Mensch unter vielen bin.
Immerhin drohe ich niemandem und mache niemandem Angst,der nicht meiner Meinung ist!

Ja, vielleicht klingt es jetzt wieder arrogant. Doch in diesem Falle, kann ich das glaub ich auch sein. Denn was andere abziehen, ist wirklich nicht mehr mit niveaulos zu benennen.
Ihr denkt jetzt wieder "So eine dumme, lächerliche, dreckige Fotze", hm? Na und? Vielleicht bin ich es ja auch. Ist mir doch egal. Wer so etwas denkt, kann mir eh gestohlen bleiben. Ich brauche solche Leute nicht in meinem Leben.
Und auch, wenn ihr jetzt denkt, dass ich feige bin, weil ich es euch nicht ins Gesicht sage - ihr hättet mich sowieso nicht ausreden lassen. Ganz bestimmt nicht.

"Es muss auch schlechte Menschen geben, damit man die guten menschen erkennen kann."

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen