Das ist so zum Kotzen, wenn du deinen vom Stress schon ganz erschöpften Körper einfach nur von A nach B schleifst und dein Nacken weh tut, weil du es kaum schaffst, deinen Kopf oben zu halten und deine Augen brennen vor Müdigkeit weil die heiße, trockene Luft im Zimmer voller pubertierender Jugendlicher einfach nur deine Augen austrocknen möchte. Du versuchst gar nicht erst, von deinem Gehirn irgendeine Anstrengung zu erwarten um sich an irgendwelche, wichtigen und relevanten Dinge zu erinnern, die es wahrscheinlich sowieso niemals in sein Wissenrepertoire aufgenommen hat, aber das weißt du ja nicht, da du dich nicht daran erinnern kannst. Die Lehrerin steht vor dir und möchte wissen, wie denn die Hauptstadt des alten baylonischen Reiches heißt, aber darauf, dass "Babylon" die richtige Antwort sein könnte, kommst du nicht in deinem schlaftrunkenen Zustand.
Auf dem Heimweg kommt dir wieder in den Sinn, dass du in deinem Zimmer wieder lernen musst, wieder Dinge in dein Gehirn rein prügeln, welche du übermorgen sowieso wieder vergessen hast und für welche sich das Lernen nicht einmal lohnt. Aus deinen Kopfhörern kommen Lieder, die du eigentlich nie hörst und gar nicht magst, weil du den Text nicht verstehen kannst aber für den Moment sind sie schön, weil es so klingt als würde der Sänger einfach irgendwelche Hasstiraden unter qualvollen Schmerzen in das Mikrofon brüllen.
Du musst auch noch Dies und Das machen, obwohl du doch eigentlich nur deinem übermüdeten, gestressten Körper eine Pause gönnen möchtest, die du nachts nicht bekommen kannst, weil du wach liegst. Du liegst und dein Gehirn kramt irgendwelche vergangenen Dinge hervor, irgendwelche Flashbacks, die weitere Erinnerungen mit sich ziehen und dich ewig denken lassen. Dann glaubst du fast, du schläfst ein, irgendwann, aber ist nicht. Nee, da sind Wahnvorstellungen und Horrorszenen und dann ertrinkst du, nicht nur in Tränen, sondern in Selbstmitleid, weil du diesen Stress nicht aushältst.
Ein kurzer Blick auf die Tabletten, die du dir morgens und abends einwirfst - Besserung des Befindens bei nervlicher Belastung. Stabilisierung der emotionalen Belastung. Förderung der inneren Ausgeglichenheit. Und fast erwischst du dich schon, dass zu zu irgendjemandem betest, dass diese scheiß Dinger helfen, irgendwann in ein paar Tagen. Wimmerndes, Erschöpftes Einschlafen und der Albtraum, dass dein Vater deinen 18. Geburtstag übermorgen vergisst und du weinst schon wieder, obwohl er doch niemals deinen Geburtstag vergessen würde. Du weinst einfach nur, weil du einen Grund brauchst, dich irgendwie müde zu machen um endlich mal einschlafen zu können, weil in 3 einhalb Stunden der Wecker klingelt und du wach sein musst, weil du am nächsten Tag wieder dein Wissen beweisen musst.
Eigentlich wolltest du heute schlafen, wenn du nach Hause kommst, doch du musst lernen und anderen Scheiß machen, der dir die Zeit raubt, die du zum Ausruhen brauchst.
Es ist Montag. Du hast immerhin 1/5 dieser Woche geschafft, nur steht das Schlimmste noch bevor. Dein Gehirn hält einfach nicht die Fresse, du willst es mit Alkohol stumm schalten, doch du könntest nie so viel trinken, wie es bräuchte um es ruhig zu stellen.
Solltest du vielleicht wirklich einfach nur schlafen?
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