Sie meinten, es wäre nicht gut für mich, alles in mich hinein zu fressen und mit niemandem zu reden.
Aber was wissen sie schon.
Sie meinten, ich müsse offener über meine Probleme reden, weil sie so auch helfen können.
Aber was wissen sie schon.
Sie meinten, ich würde mich zurück ziehen und würde vereinsamen.
Aber was wissen sie schon.
Überhaupt nichts. Ich rede viel, meine beste Freundin weiß alles über mich, ich rede sehr offen mit meinen Problem, ja ich würde sogar sagen, zu offen. Und jetzt soll ich noch mehr darüber reden? Bin ich denn so mitleidsgeil, dass ich das brauche?
Und warum lasse ich mich wohl nicht mehr so oft bei ihnen blicken, möglicherweise, weil ich weiß dass sie insgeheim über mich reden, alle sich um mich sorgen und jeder ankommt und mir das Gleiche erzählt - wir wollen dir nur helfen. Natürlich! Weil sich jedes Problem auch in Luft auflöst, wenn man darüber redet!
Ich habe lange gedacht, dass mein Familienleben scheiße ist, weil wir nie über etwas geredet haben, nie wurde ich gefragt, wie es mir geht.
Das hat sich geändert und jetzt wissen es einfach zu viele und natürlich ist der Drang noch größer, endlich aus diesem verfickten Kaff heraus zu kommen, irgendwo hin, wo man sich noch kein Urteil über mich gebildet hat. Werden sie merken, dass ich sowieso immer sagen werde, dass es mir gut geht? Ich werde wohl kaum irgendjemandem von denen erzählen, wie es mir wirklich geht.
Das war nie ein Thema und das wird es jetzt auch nicht, weil jeder etwas dazu dichtet, weil jeder alles glaubt und mich das einfach nur nervt.
Der Freundeskreis, unser "Zigeunerpack" ist einfach nicht mehr das, was es vor drei, zwei Jahren noch war.
Und ich weiß nicht, wie viele es schade finden, aber mir ist es relativ egal - ich habe keine Lust mehr, diese Blicke erwidern zu müssen, mit jedem reden zu müssen und zu hören, dass ich mehr reden soll.
Und ich habe keine Lust mehr, hier zu bleiben.
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