Dienstag, 1. Mai 2012

Erinnerung in Fetzen.

Hexenfeuer ohne Eltern. Absturz vorprogrammiert, beim vorglühen und der ersten Flasche Sekt - es ist 17:00 Uhr. Auf dem Festplatz ist noch nichts los, schon bald kommt der nächste Alkohol. Als es dunkel wurde - die erste Flasche Bowle. Wie spät es ist, ist allen egal, irgendwann sitzen fünf Freundinnen und ich neben dem nieder gebrannten Feuer auf der Wiese und geben die Flaschen umher - sechs Frauen, fünf Flaschen.
Mein Handy brummt. Eine Antwort - von Patrick. Diesem Kerl, der mir den Verstand raubt, mir Hoffnungen machte, mich fallen ließ. Und eine halbe Stunde später - nachdem ich jedem erst einmal von ihm erzählt habe- stand er dort, mit irgendeinem Kumpel den ich gar nicht kannte.
Erst einmal beäugten ihn alle, laberten ihn mit irgend etwas belanglosem zu, bis ich mit ihm allein reden konnte.
Auf meine Frage, was die andere hat, was ich nicht habe, konnte er nicht antworten. Er sagte mir nur, dass es definitiv nichts wird und ich mir überhaupt keine Hoffnungen machen muss.
Und ich konnte ihm nur sagen, dass es wirklich was hätte werden können, weil ich ihn wirklich unheimlich gern habe.
Passend zur Stimmung fängt es an zu regnen. Sekt und Asti waren leer, wir umso voller.
Kurze Zeit später stand ich mit ihm und seinem Kumpel irgendwo, wo es trocken war, und sah dort Stephan, meinen besten Freund,dem ich alles erzähle und den ich ja eigentlich immer noch viel zu sehr liebe. Durch Patrick hatte ich gehofft, endlich Stephan loslassen zu können.
Ich ging zu ihm, er redete mit irgendeinem Mann, und umarmte ihm einfach.
"Was ist denn jetzt los?" fragte er verwirrt.
"Männer sind scheiße." schluchzte ich, schluckte die ersten Tränen herunter.
Als ich wieder zurück ging, fragte er noch, ob alles okay ist, und ich sagte nur "Jetzt nicht mehr." und die Tränen stahlen sich aus meinen Augen.
Wieder fragte ich Patrick, warum nicht ich, was an mir so falsch war und wieder bekam ich keine Antwort.
Irgendwann saßen wir an einem Tisch, alle redeten auf ihn ein, dass er es mit mir so gut hätte, andere redeten mit seinem Kumpel, ich schwieg erst, stand dann auf und ging zu einem unserer Familienfreunde, umarmte ihn und erzählte ihm, wie scheiße Männer sind. Er versuchte mich zu trösten, wieder fing ich fast an zu weinen. Später kam Stephan hinzu, holte mir Wasser, hörte weiter zu. 
Wieder streckte ich meine Arme nach ihm aus, doch er wich zurück. 
"Bitte, ich brauch dich doch nur als meinen besten Freund." weinte ich und als er mich doch in den Arm nahm, heulte ich wieder los, wie ein Schlosshund. Eine Freundin übernahm, schleppte mich aufs Klo, wo ich erst einmal sah, wie beschissen ich aussah. Stephan kam hinterher, meinte ich soll Patrick vergessen, nicht darauf hören, was die alle dort sagen und einfach jetz mit zu rüber kommen. 
Als ich halbwegs normal aussah und zurück kam, ging ich erst einmal zu Patrick, umarmte ihn und sagte."Weißt du was? Eigentlich bist du ganz schön scheiße, weil du mir das Herz gebrochen hast." Er sagte nichts darauf.
Meine Freundinnen zogen mich mit auf die Bank - also doch nicht zu Stephan. 
Irgendwann sind die beiden dann heim, Patrick hat mir noch versprochen, mir am nächsten Tag zu schreiben.
Dann war er weg und ich war wieder allein, hab mich an alle Leute gekettet, sie umarmt und gesagt, dass Männer scheiße sind. Zwar wusste kaum einer, was wirklich los war, aber das spielte überhaupt keine Rolle- man sah mir schließlich an, wie scheiße es mir ging. 
Ich weiß nicht wann wir wieder zum Feuer gingen, aber dort bin ich dann wieder zusammengebrochen, habe geweint wie lange nicht mehr  und lag wieder im Schlamm, genauso wie voriges Jahr an dem Tag. 
Alle versuchten mich zu trösten, doch es gelang ihnen nicht Recht.
Ich hatte keine Lust mehr, wollte nach Hause.
Stephan war nirgends mehr aufzufinden, nicht einmal von ihm konnte ich mich verabschieden.
Meine Freundin an meiner Seite lallte irgendetwas, wir schmissen uns aufs Sofa und sie schlief sofort ein, während ich die halbe Nacht wach lag und auf irgendetwas wartete und hoffte, dass es gut werden würde.
Doch es wird nicht gut.
Nie.

(Kommentare a´la "Männer sind nicht alle scheiße" könnt ihr euch sparen. Zu mir sind sie es alle, sobald ich mich in sie verliebe.)





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