Samstag, 28. April 2012

Der erste Blick.

Das ist doch echt ein Streich des Schicksals, wenn du aus Langeweile fremde Menschen anschreibst und du dann merkst, dass ihr auf einer Wellenlänge seid. 
Und wenn du diesen Menschen unbedingt richtig kennen lernen willst.
Aber, da du ja nur Langeweile hattest, hast du darauf geachtet, dass dieser jemand weit weg wohnt, damit du ihn nicht zufällig siehst - Fehler.

Es ist so, genau so, mit diesem Julien. Er wohnt ca. 185km weit weg, 4 Stunden mit dem Zug, Auto - sowieso egal, er hat kein eigenes, ich kann nicht fahren.
Er ist interessant, seine Ansichten, seine Gedanken und seine Art. Die Natur ist ihm nicht egal, er ist sogar Vegetarier - die Kerle in meiner Umgebung sehen Wald und denken nur:"Jo, ist halt da und ist grün."
Julien ist intelligent und witzig, nett und super lieb und er kann tanzen(und es mir vielleicht mal beibringen, damit ich das auch mal kann). Was bin ich froh, ihm geschrieben zu haben (und ich gebe zu, ich habe ihm anfangs nur geschrieben, weil er so gut aussieht). 
Ich weiß noch, dass es in den Ferien war, am 15.Juli 2011, irgendwann abends. Mir ist nichts eingefallen, deswegen schrieb ich einfach nur "Seeanemone." Ohne Erklärung. Und ich weiß sogar noch ungefähr was er schrieb:"Was für interessante Nachrichten zu so später Stunde noch kommen :D"
Julien hat mich traurig erlebt und glücklich, total verzweifelt und wie auf Drogen. Und auch er selbst war mal traurig und mal fröhlich. Ich schreibe gern mit ihm, wahnsinnig gern, auch, weil man mit ihm so viel Quatsch machen kann. 
Und weil es Spaß macht, mit ihm scherzhaft Zukunftspläne zu schmieden.
Doch die Entfernung steht immer zwischen uns. Immer diese Sehnsucht, nach ein bisschen Nähe, zu einer Person, die einem nun so vertraut scheint. Aber wie soll ich so schnell nach Bautzen, wie soll er so schnell ins Erzgebirge?
Und dann stand die Möglichkeit für eine Exkursion nach Bautzen. Ich war sofort dabei, egal wohin, Hauptsache in seine Nähe. 
Da stand ich am Treffpunkt, aufgeregt und vorfreudig, sah mir alle Menschen, die mir entgegen kamen an und fragte mich, ob er das ist - schließlich kannte ich ihn nur von Fotos. Aber als er dort die Treppen hoch kam und mich anlächelte(ein wunderschönes Lächeln!), dachte ich nur: "Genau so hast du dir ihn vorgestellt, ganz genau so."
Es war so schön, ihn endlich vor mir zu sehen, ihn endlich berühren zu können und seine Stimme zu hören. 
Leider war ich nicht mit ihm allein (die Lehrer haben ja Angst, man könnte sich verlaufen oder entführt werden), doch meine Befürchtung, dass er meine Freundin interessanter findet als mich, war umsonst. (An dieser Stelle ein :* für die Jule, die sich in Bautzen so herrlich blamiert hat :) )
Aber es war auch so wunderbar, bei ihm zu sein. 
Die Blicke meiner Klassenkameraden blendete ich einfach aus, wer weiß, was sie wieder dachten. Und dass   er dort logischerweise auch nicht unbekannt war, ebenso. 

Es ist nicht so, dass ich mich auf den ersten Blick verliebt hätte. 
Das ist irgendetwas anderes, was ich nicht so zuordnen kann.
Aber jetzt, nachdem ich ihn kennen gelernt habe, will ich einfach bei ihm sein. Einfach so und mit ihm einfach Spaß haben - und vielleicht, ein wenig das harte Leben genießen.

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