Es fühlt sich gut an, kranken Menschen eine Freude zu tun.
Meine Schulklasse, ein Haufen von acht Mädchen und acht Jungen, haben vor ein paar Monaten ein Sportfest organisiert, für die "Brückenbergschule" unserer Stadt - eine Schule für geistig Behinderte.
Wir hatten anfangs etwas Skrupel. Die Kinder waren alle krank. Sie konnten sich nicht kontrollieren, manche wissen nicht, was sie tun.
Das erste Mal, als wir die Schüler in ihrer Schule besucht hatten, zeigte uns, wie anders diese Menschen sind.
Sie sind fröhlich. Sie erfreuen sich an Bällen, an Springseilen, am malen und machen sich keine Gedanken um morgen. Um die Zukunft.
Sie sind faszinierend. Wie sie einen anschauen, so betrachtend. Wie die Jungs rot werden wenn man sie anlächelt, weil sie sonst ausgelacht werden, von "gesunden" Menschen.
Wie die Mädchen schüchtern lächeln und dann gleich wieder verstohlen zurück schauen.
Das Sportfest war toll, sie haben sich alle so gefreut. Die Schulleitung hat sich tausende Male bei uns bedankt, ich - sicherlich auch ein paar andere - hatten Tränen in den Augen.
Und heute hatten wir eine Weihnachtsfeier organisiert.
Bratäpfel für alle, Ausmalbilder, Weihnachtsmänner basteln, Lieder raten und vieles mehr.
Dieses Leuchten in den Augen. Dieses Lachen auf den Mündern.
Die Schülerband hat für uns ein Konzert gespielt, weil sie sich so sehr gefreut hatten.
Ich musste wieder fast weinen.
Diese Kinder sind toll. Ich könnte mir nicht vorstellen, jeden Tag mit ihnen zu arbeiten.
Ich könnte mir nicht vorstellen, sie zu trösten, wenn sie traurig sind.
Ich könnte mir nicht vorstellen, sie zu beruhigen, wenn sie wütend sind.
Doch wenn sie so lachen, wenn sie sich so freuen man kann nicht anders als sich gut zu fühlen, weil man jemandem eine Freude macht.
Jemandem, der es nicht leicht hat, von der Gesellschaft ausgeschlossen wird .
Jemandem, der nie so sein wird wie wir - wir haben es doch gut. Können selbstständig uns versorgen.
Als wir alle zusammen saßen, Tee tranken und Plätzchen aßen, uns miteinander unterhielten, fragte uns unser Gemeinschaftskunde-Lehrer (der das alles möglich gemacht hat) ob wir noch einmal bereit wären, als Klasse für die Brückenbergschule Feste zu organisieren, irgendetwas für sie zu machen.
Ohne zu zögern ertönte einstimmig von sechzehn Schülern::
"Ja. Auf jeden Fall."
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