Ungefähr 4 - 5 Monate, nach dem im September 2014 mein FöJ angefangen hatte, stieg in mir der lustige Einfall auf, dass ich von dem Hof auf dem ich arbeite, nicht weg will und doch wenigstens noch ein Jahr bleiben könnte. Und dieser Einfall verfestigte sich und ich fragte meinen Chef oft, ob das denn möglich wäre. Es wurde möglich irgendwie, über einen anderen Verein, als Bufdi.
Aber das ging nach weiterer Recherche doch nicht mehr. Aber eine einfache FöJ-Verlängerung über meinen derzeitigen Trägerverein wurde möglich - mein Chef riet mir dennoch, mich weiterhin nach möglichen Ausbildungen umzusehen. Das tat ich auch. Von 6 Bewerbungen kamen 2 Antworten und von ungefähr 10 weiteren Anfragen auf Bauernhöfen, ob dort eine Ausbildung überhaupt möglich ist, kamen zwei Antworten.
Ich hatte ein Vorstellungsgespräch in einem Landgut, welches zu der Zeit zwar nicht meinen Vorstellungen entsprach, aber okay war - und plötzlich hatte ich eine Ausbildung für 2016 sicher.
Aber die war für mich von Anfang an nur eine Option, denn ich wollte lieber etwas anderes finden...
Zurück zum FöJ.
Vor ungefähr anderthalb Monaten bestätigte mir mein Chef, dass die Verlängerung auf dem Hof sehr wahrscheinlich klappt, wenn es keine neuen Bewerber hier gibt. Und bis dahin gab es keine neuen Bewerber.
Aber Mitte August kamen sie aus ihren Höhlen gekrochen und da waren plötzlich 4 Bewerber für 2 Stellen und ich.
Erst einmal Panik.
Wie soll ich, wenn es nun doch nichts wird, innerhalb von zwei Wochen eine Wohnung finden und umziehen, mir vermutlich ein Auto kaufen und einen Job oder gar Ausbildung finden?
Aber mein Glück war wohl noch da, denn zwei der Bewerber kamen für die Stelle gar nicht in Frage und eine meldete sich längere Zeit nicht beim Trägerverein. Der Jubel war groß, die Ungewissheit aber noch da - bis letzte Woche, ich glaube es war Dienstag. Mein Chef telefonierte mit dem Trägerverein und meinte, dass es klappt. Und meinte noch, dass er sich sehr darüber freut und wie ich mich darüber erst gefreut habe.
Aber mein Leben wäre nicht mein Leben, wenn nicht von irgendwo ein großer Haufen Scheiße gefallen kommt.
Mein letzter "offizieller Arbeitstag" ist der 31.August, ein Montag. Heute ist der 26. August.
Ich hatte den ganzen Tag ein beschissenes Gefühl im Bauch, vielleicht lag es an der Flasche Wein, dem Likör und dem Bier gestern, vielleicht lag es an meiner Angst.
Gestern folgende Situation.
Mein Chef lief den gang entlang, auf dem mein Zimmer ist, in dem ich mich befand und rief mich. Ich schaute aus der Tür, er begann zu reden, lief an mir vorbei in das gegenüberliegende Zimmer und setzte sich und in diesem Moment war mir verdammt klar, dass es etwas mit meiner Verlängerung auf dem Hof zu tun hatte.
Der Trägerverein hatte bei ihm angerufen. Ich soll weg. An eine andere Einsatzstelle, dorthin, wo ich die Ausbildungsstelle sicher hätte...aber dort wollte ich gar nicht mehr hin, denn mein Berufswunsch distanzierte sich vom Landwirt und glitt mehr in Richtung Tierpfleger/Tierwirt oder tatsächlich zu irgendwas mit Kindern.
Das Gespräch mit ihm war recht seltsam, wir schwiegen viel und wussten nicht so recht, wie das nun weiter geht.
Ich beschloss, mich bei dem Trägerverein zu melden und als ich gerade wieder in meinem Zimmer war, rief dieser mich auch schon an und erzählte von der Idee.
Logisch, dass sie dachten, ich würde mich freuen, sie wussten in dem Moment ja noch nicht, dass ich dort gar nicht mehr hinwollte. Aber das erzählte ich am Telefon, ich erzählte, dass ich vor meinem FöJ depressiv war, es mir hier wieder richtig gut geht und ich einfach nur eine scheiß Angst habe, wieder in die Depressionen zu rutschen, wenn es mir woanders nicht gefällt. Ich wollte doch nur 6 weitere Monate hier um Zeit zu haben eine perfekte Ausbildung für mich zu finden...
(Zumal ich ja jetzt endlich wusste, dass man Bewerbungen dafür nicht im Frühjahr erst schreibt!)
Das Telefonat brachte nicht viele Erfolge, sondern nur ein "Ich ruf dich morgen noch mal an."
Daraus wurde eine E-Mail am frühen Abend und einen Tag lang ein scheiß Bauchgefühl.
Ich habe nicht einmal 10 Minuten mit meinem Kollegen verbracht und er fragte, was denn passiert sei, ich weiß nicht, woran er merkte, dass es mir scheiße geht.
Und wie scheiße es mir geht...irgendwann konnte ich nur noch da sitzen und Löcher in die Luft starren, er setzte sich einfach neben mich, damit ich nicht allein bin, und schwieg. Und er blieb sogar heute länger hier um mir ein bisschen Arbeit mit den Kindern abzunehmen...selbst mein Chef hat ein paar meiner Aufgaben abgenommen, weil er mir wohl angesehen hat, wie mies ich drauf bin.
Wir beide warteten den ganzen Tag auf einen Anruf.
Es kam nur eine E-Mail. Und in der stand, dass der Trägerverein den anderen beiden Bewerbern, denn die eine hatte sich wieder gemeldet, die gleichen Chancen geben möchte wie mir.
Das ist ja auch verständlich! Aber dass mir gesagt wird, ich kann bleiben und ich dann an eine Stelle soll, zu der ich nicht möchte, ist unfair! Ich komme mir wahnsinnig benachteiligt vor,bin verzweifelt ohne Ende und todtraurig...
...wie soll ich in nur fünf Tagen hier Abschied nehmen? Konnte mich doch gar nicht darauf vorbereiten. Und wieso soll ich an eine Einsatzstelle verschoben werden, zu der ich nicht möchte, warum nicht die anderen beiden?
Meine Kollegen hier sind wie eine zweite Familie für mich und natürlich würde der Abschied nicht leichter werden,aber bis dahin hätte ich einen Plan, wie es wirklich weiter gehen kann.
Nicht wie jetzt. Mit diesem "In vier Tagen musst du dein Zimmer hier geräumt haben"-Gedanken.
Und eine andere Einsatzstelle muss ich genauso suchen!
Es gibt nur noch eine einzige Hoffnung für mich. Ob das funktioniert, stellt sich morgen heraus....
Das hab ich so oft gedacht de letzten Monate. Morgen stellt sich endlich alles heraus und immer gab es gute Neuigkeiten...aber auch dieses letzte Mal?
Ich hoffe so sehr...
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