Mir ging es die letzten Jahre ziemlich schlecht. Fast jeden Tag. Meistens versuchte ich das zu verstecken, doch einige Menschen ließen sich nichts vormachen und versuchten mir zu helfen - zwecklos. Ich bin ein Einzelkämpfer.
In der Zeit hasste ich mich und wollte mich von meinen Freunden lösen, um mir den Abschied vom Leben leichter zu gestalten, doch wahre Freunde gehen nicht. Sie halten an einem fest und sind immer da, immer in den Gedanken, wenn man kurz davor ist, die Klinge an zu setzen oder Tabletten zu schlucken.
Mittlerweile geht es mir gut. Ich habe mich akzeptiert, wie ich bin und - was jetzt nicht eingebildet klingen soll - in manchen Dingen finde ich sogar, es solle mehr Menschen geben, die so denken wie ich. Ich weiß, wie ich sein will. Nämlich nicht wie diese Hotpants - oder Blümchenkleider-tragenden-H&M-Fashionvictims.
Diese Mädchen mit perfekter Figur, perfekter Sommerkleidung, perfektem Leben. So bin ich nicht und ich will nicht, dass jemand versucht, mich dazu zu machen.
Daher finde ich es einfach nicht okay, wenn Menschen, die mich jahrelang akzeptieren konnten, auf einmal gegen mich sind. Die meinen Kleidungsstil scheiße finden und sagen, dass mich so keiner attraktiv findet. Die meine Chucks komisch finden, weil sie nicht perfekt zum Outfit passen. Oder die meine Stachelbänder, die ich um Arm und Hals trage, hässlich finden, weil sie unweiblich sind.
Das ist mir scheiß egal, was die denken. Ich will anders wirken, nicht wie ein 08/15-Modell und ich weiß, dass ich anders wirke als diese Püppchen.
Außerdem finde ich es nicht okay, wenn mir gesagt wird, wie ich mein Leben zu führen habe. Dass ich mich ändern muss, ansonsten würde man mich nicht lieben. Dass ich ein neues Hobby brauche und vom Computer loskommen muss.
Nach den letzten, schweren Jahren, geht es wieder in eine Richtung und ich bin zufrieden.
Ich bin in einer Beziehung und weiß, dass mein Freund mich liebt und ich sein Ein und Alles bin - selbst das wird ja angezweifelt, von Menschen, die ihn überhaupt nicht kennen. Ich bin ja zu blauäugig.
Aber das ist Quatsch.
Es steht außer Frage, dass unsere Geschichte, die auf die "Liebe auf den ersten Blick" basiert, riskant ist - doch es fühlt sich gut an.
Und ich lasse mir das nicht kaputt machen, in dem mir irgendjemand einredet, ich sähe scheiße aus, wie ich mich anziehe. Oder wäre gar nicht glücklich - weil ja alles schnell vorbei gehen kann.
Als ich noch in der tiefen Depression fest gesessen hatte, sagte man mir, ich wäre ein schönes Mädchen, selbst schön, wenn ich weinte. Man sagte mir, ich solle mal die Momente genießen und nicht an die Zukunft denken.
Jetzt fühle ich mich gut und genieße jeden Moment, den ich mit Freunden verbringe - und was wird mir von anderen gesagt?
Zwar lasse ich mich von denen sowieso nicht beeinflussen, doch es tut weh, zu wissen, dass man nicht so akzeptiert wird, wie man ist.
Doch es ist ein großer Trost, dass es dort jemanden gibt, der an mich denkt und dem ich meine Liebe schenken darf - wenigstens weiß er sie zu schätzen und gibt mir seine Liebe zurück.
Er wird es nicht leicht haben mit mir, doch ich werde mein Bestes tun, um ihn so lange wie möglich glücklich zu machen und weiterhin der Grund für sein Lächeln zu sein.
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