Ich verliere mich selbst so oft, weil ich mir nie treu bleibe. Ich verändere mich für Menschen, die es dann doch nicht wert sind, nur, weil ich mich selbst nicht mögen würde, wenn ich mir selbst begegnen würde.
Ich will nicht so sein. Doch immer, wenn ich versuche, mich zu ändern, verliere ich mich, weil ich nichts mehr zum Halten habe. Ich falle einfach und es gibt oft nichts, was mich auf dieser Welt noch hält, bis auf die Angst, vermisst zu werden - ich will kein klaffendes Loch in den Erinnerungen meiner Mitmenschen hinterlassen.
Ich habe mich nie selbst wieder gefunden, nie das Mädchen, welches ich vorher war. Ich habe mir immer nur anderes Füllmaterial für meinen Körper gesucht.
So bin ich immer wieder jemand anders, aber immer wieder stört mich etwas. Und es stört andere, Menschen, die mich für wundervoll, bezaubernd oder schön halten (meiner Meinung nach unmöglich). Sie hassen es, zu wissen, dass ich mich nicht akzeptiere. Wenn ich ihnen sage, wie hässlich ich mich eigentlich finde, bekommen sie die Krise, meinen ich erzähle Mist.
Aber so ist es nun einmal. In der Grundschule war ich bei vielen unbeliebt, war aufbrausend, deswegen ein perfektes Opfer zum ärgern. Später wurde mir oft gesagt, wie hässlich ich sei. Die meisten hören nicht auf so etwas, aber mir ging es jedes Mal unter die Haut.
Die anderen sagten es. Ich glaubte es. Jetzt sagen sie es nicht mehr, aber ich glaube es immer noch.
Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nicht das Mädchen welches ich sein könnte. Oder das, welches ich gerne bin.
Ich brauche jemanden,durch den ich mich selbst lieben lernen kann.
Doch sagt man nicht immer, dass man nur dann geliebt wird, wenn man sich selbst liebt?
Wie soll man sich selbst lieben, wenn man sich nicht verzeihen kann?
Denn das kann ich nicht. Zu viel habe ich kaputt gemacht, mir zu viele Chancen genommen und zu oft falsche Wege gegangen, auch wenn ich wusste, wie schlecht sie sind.
Das ist ein Teufelskreis. Alles, was mir nicht gut tut hat etwas Anziehendes für mich, doch für alles Schlechte, was ich mache, hasse ich mich ein klein wenig mehr.
So viel kann ich nicht in mir ablagern. Es muss raus fließen.
Und immer wenn dieses zuckende Kitzeln mir durch die Venen jagt, fühle ich mich ein klein wenig schwerelos, für ein paar wenige Sekunden. Diese Sekunden sind es mir wert.
Dann erfüllt meinen Kopf kein Gedanke mehr, an verschwendete Momente, an vergangene Tage, an alte Erinnerungen. Während sich der Rest von mir schon lange wie ein hohler Kokon fühlt, mein Kopf bleibt meist voll von Gedanken. Nur eben nicht, in diesen wenigen Momenten.
Doch es kommt alles viel zu schnell wieder. Dann bin ich diese wohltuende Leere los.
Dann bin ich leerelos.
Nicht schwerelos.
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