Ich verliere immer und alles.
Zumindest, wenn es wichtig für mich ist.
Schon in der Grundschule.
In der dritten Klasse habe ich um einen gekämpft, er war in der vierten. Der Macho der Schule, kein sehr guter Schüler, frech und doch kannte ihn jeder.
Ich habe ihn verloren, als er die Grundschule verließ. Ihn zwei Jahre später an meinem Geburtstag wieder gesehen. Geredet, "geflirtet". Wieder zwei Jahre Funkstille. Irgendwie kam er an meine Handynummer, hat mich mit SMS bombardiert, mich angerufen - er wollte nur Sex. Dummes Arschloch, ich hatte mich gefreut, ihn wieder gefunden zu haben.
Jetzt trinkt er viel, raucht und nimmt wahrscheinlich Drogen und prügelt sich. Damals war er noch süß, jetzt ist es eklig.
In der achten Klasse habe ich um einen gekämpft. Meine erste "Liebe".
Es schien alles perfekt - bis ich ihm meine Gefühle gestand. "Wir bleiben Freunde!" meinte er. Scheiß drauf.
Hat mich Schlampe genannt, Lügen verbreitet und ich war der Trottel der Schule. Schön, wie er mir das Herz gebrochen hat.
Danach habe ich wieder um einen gekämpft, dachte, dass es mal etwas wird.
Denn wieder schien es perfekt. Und wieder änderte sich schlagartig alles.
Er hat mich ignoriert, hat sich eine Freundin von ihm ausgesucht, sich immer wieder in mein Blickfeld gestellt und sie geküsst, um mir zu zeigen, was ich nie bekommen werde. Geliebt haben sie sich natürlich nicht.
Er meinte, wir bleiben Freunde. Doch mehr als ein "Hallo" höre ich nicht von ihm.
Ich war noch so lange hoffnungslos verliebt.
Und dann der größte Kampf. Er, er war fast 9 Jahre älter als ich, schon jahrelang ein guter Freund.
Wie bei den beiden davor, ging es solange gut, bis ich ihm von meinen Gefühlen erzählte. Lange Zeit nichts von ihm, nur ein wenig Gerede.
Doch als er nicht mehr wollte,weder reden noch schreiben, stürzte alles über mir zusammen, meine gesamte kleine Welt. Wir hatten viel durchgemacht, auch wenn man das ohne Details vielleicht nicht glauben mag.
Im April wollte ich unbedingt von ihm loskommen, habe mit jemandem geschrieben und mich durchgesetzt, die Konkurrenz war hinter mir. Ich dachte, meine Zeit wäre gekommen, ich hatte ihn doch schon.
Erstes Date im Kino. Kaum ging das Licht aus, fiel er über mich her, hat mich geküsst(was er nicht einmal konnte) und mich halb ausgezogen. Widerliches Arschloch. Ich hatte so panische Angst, konnte nichts sagen.
Hat er nicht gesagt, ich wäre alles für ihn, er würde mich lieben und mir nie das Herz brechen? Zum ersten Mal sagte jemand, er würde mich lieben und es war alles gelogen. Drei Tage später liebte er eine andere und hatte mich vergessen.
Leere, Depression, Schnitte und Klingen, schlechte Gedanken, schlechte Pläne, wochenlanger Schlafentzug wegen Alpträumen, wochenlang gezwungenkaum zu essen, Bisse, Kratzer, alles, weil ich mich selbst bestrafen wollte und nicht mehr weiter wusste.
Hässliche Narben. Aber die sind mir egal, so wie alles andere.
Jetzt habe ich sie alle losgelassen. Das Auge auf jemand anderen geworfen. Er ist nicht interessiert. Glaube ich. Super nett, wenn wir uns sehen, aber er antwortet nicht auf SMS oder Mails.
Und gegen die Konkurrenz habe ich absolut keine Chance.
Jetzt wollte ich ein Stück Vergangenheit wieder, ein bisschen wie im Dezember. Aber er will nicht.
Meint, ich würde den Richtigen bald finden. Guter Witz. Schau dir mein bisheriges Leben an, hier sind nur die Schwerpunkte aufgezählt.
Ich finde niemals irgendjemanden.
Ich verliere immer, alles was mir wichtig ist.
Ich bin eine Verliererin. Und mittlerweile bin ich das auch schon gewohnt. Weh, tut es trotzdem.
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