Sonntag, 9. Oktober 2011

Ich mag nicht

Ich mag´s nicht, wenn Dinge umfallen oder kaputt gehen. Erst recht nicht, wenn ich daran Schuld bin. Und Schuld bin ich sowieso an vielem. Deswegen mag ich Schuldgefühle nicht.
Ich kann´s nicht leiden, wenn ich im Wald umher laufe und irgendwo einen wunderschönen Platz finde- und dann dort Müll sehe. Wie respektlos manche Menschen mit der Natur umgehen und sie einfach zerstören. Grauenhaft.Ich mag die Sonne nicht. Zumindest nicht, wenn ich nicht im Schatten stehe sondern mitten in der brütenden Hitze. Aber Schnee mag ich auch nicht. Viel zu kalt. Ich mag die Stille nicht. Unruhige Stille, kurz vor einem Gewitter(wobei ich das Gewitter selbst mag)
Ich mag Nacktschnecken nicht. Oder tote Tiere-egal welche, auch wenn es nur ein Regenwurm ist- die am Straßenrand liegen. Wurden angefahren und dann kümmert sich keiner. Ja auch beim Regenwurm. Den könnte man auch begraben und das Grab mit Blümchen schmücken.
Ich mag die Gefühlsblindheit mancher Menschen nicht. Einfach ignorieren, was der andere fühlt, das ist doch unmenschlich. Die Hinterhältigkeit ist auch so ein Ding. Wird wahrscheinlich keiner mögen. Jegliche Art von Stress oder Zeitdruck- kann ich nicht leiden.
Ich mag es nicht, von eigentlich ziemlich Unbekannten „Süße“ oder „Maus“ genannt zu werden. Oder diese Idioten, die einen anschreiben(am besten noch mit übertrieben vielen Satzzeichen(oder gar keinen) oder die Grammatik vergewaltigend-hasse ich genauso) und anscheinen hoffen, man würde einfach so mit ihnen ins Bett gehen. Ich such bei manchen nach Niveau, scheitere daran aber recht oft. Menschen, deren Gehirn dauerhaft im Energiesparmodus ist. Die denken, sie können ihr Gehirn für später gut erhalten, wenn sie es jetzt nicht oft nutzen.
Ich mag es nicht, wenn man nach gerade einmal zwei Wochen Bekanntschaft schon „Ich liebe dich“ sagt. Denn das sind dann die Männer, deren Denkzentrale zwischen den Beiden ist. Und wenn man es viel zu oft sagt. Diese drei Worte leiden schon genug an Werteverfall.
Ich mag kein scharfes Essen. Und kein süßes Popcorn-oder die Leute, die sich damit voll stopfen und trotzdem nicht zu nehmen. Das ist doch unfair. Und die Haut auf heißer Milch oder Tomatensuppe(da besonders!). Die hasse ich.

Ich mag einsame, sinnlose Wochenenden nicht. Da komm ich mir nutzlos vor. Und so allein in der großen, weiten Welt. Genau so wie allein ins Bett gehen. So wie jede Nacht.
Ich mag die Angst nicht. Jede Angst. Ob es die ist zu versagen, etwas oder jemanden zu verlieren- oder, dass ein Bild auf Leinwand nicht so schön aussieht wie im Kopf. Ich mag Castingshows nicht. Keine. Ich mag Ärzte nicht. Warum weiß ich nicht, aber da geh ich nicht gerne hin.Ich kann es nicht leiden, wenn ich nach Rauch stinke. Ekelhaft. Ich telefoniere gar nicht gern. Nur mit sehr wenigen. Ich mag es nicht, wenn ich mich fühle, als sei ich der Tod höchst persönlich. So leer. So leblos.
Ich mag´s nicht, wenn ich in den Spiegel schaue und ich mich nur frage: „Was ist aus dir geworden?“ Ich mag diese Momente nicht, wenn ich merke, dass ich nicht gesund bin. Ich bin krank.Psychisch. Aber ich will nicht zum Arzt. Denn die mag ich ja nicht.
Ich mag den Kunstunterricht in der Schule nicht. Würden wir wenigsten lernen, wie man etwas bestimmtes am einfachsten zeichnet- aber nein, wir sollen nur Bilder malen und Skulpturen basteln, die eine eigene Geschichte erzählen. Aber wie soll man so etwas bewerten, wenn man die Geschichte nicht kennt und nicht einmal eine Interpretation verlangt? Es ist zum kotzen. 
Ich mag es nicht, wenn ich ausgelacht werde, obwohl ich etwas ernstes gesagt habe. Nur, weil ich jung bin, muss ich nicht gleich unerfahren und dumm sein oder?
Ich mag es nicht, wenn jemand sagt, dass ich meine Musik leiser machen soll. Sind doch meine Ohren, die kaputt gehen. 
Was ich aber am wenigsten mag: Wenn du unglücklich bist. Ich kann es nicht mit ansehen. Das tut mir mindestens genauso weh wie dir. Denn du sollst glücklich sein. Ich will, dass es dir gut geht.

1 Kommentar:

Marie Graßhoff hat gesagt…

Oh, da sind viele Sachen dabei, bei denen es mir genau so geht wie dir. Kunst in der Schule habe ich auch immer gehasst (jetzt zum Glück Uni, da muss ich mir das nicht mehr antun). Ebenso das Gefühl, etwas ganz ernst gemeint zu haben und trotzdem nur Spott dafür zu bekommen. Müll im Wald ist auch echt das Schlimmste "/
Toller Eintrag, viele Dinge davon hätten von mir sein können ...

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